In der dunklen Jahreszeit ist vermehrt mit Wildwechsel auf den Straßen zu rechnen
Rendsburg/Eckernförde – Jäger Olaf Malmström aus Neuwittenbek wird aktuell häufiger von der Polizei angerufen. Der stellvertretende Kreisjägermeister im Kreis Rendsburg-Eckernförde wird immer dann informiert, wenn es zu Wildunfällen in seinem Jagdrevier gekommen ist. Denn jetzt im Herbst sind die Tiere ganz besonders in Bewegung. Die Maisernte sorgt dafür, dass Wild aus den Feldern flüchtet. Das Damwild ist in Bewegung aufgrund der Paarungszeit. Und allgemein ist das Wild in der Dämmerung und Dunkelheit aktiver. Deshalb kommt es in der dunklen Jahreszeit vermehrt zu Unfällen. „Uns ist wichtig, dass die Verkehrsteilnehmerinnen und -teilnehmer wissen, dass sie in dieser Zeit mit Wildwechsel rechnen müssen“, sagt Lukas Reinecke, Fachdienstleiter Verkehr des Kreises Rendsburg-Eckernförde. Gemeinsam mit den Kreisjägerschaften befinden sie sich in einem stetigen Austausch, um zum Beispiel Wildwechsel-Hotspots mit Warnschildern auszustatten.
Im Bereich der B76 Höhe Wulfshagen ist das zum Beispiel der Fall. „Wildwechsel ist jetzt ein Thema. Besonders dort, wo es Wald und Felder gibt“, sagt Olaf Malmström. Die Schilder dienen der Sicherheit und Information. „Das bedeutet, dass man in diesem Bereich angemessen fahren soll.“ Sollte das Reh dann doch plötzlich auf der Straße stehen, heißt es stark bremsen und Spur halten, rät der Jäger. Wurde das Reh angefahren, gilt es, die Unfallstelle abzusichern und die Polizei zu informieren. „Das Wild sollte nie angefasst werden. Die Polizei informiert uns Jäger und wir kümmern uns dann vor Ort um das tote oder verletzte Tier“, sagt Malmström.
In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Wildunfälle im Kreis laut Kreisjägerschaften gestiegen. Im Erfassungszeitraum 2023/24 waren es 3146 Wildunfälle, in 2024/25 3410 und 2025/26 3478 Unfälle. Die Kreisjägerschaften erfassen nicht nur Zusammenstöße mit Reh- und Damwild, sondern mit allen jagdbaren Arten, also auch Kaninchen, Hasen oder Marder. Besonders viel Wildwechsel gibt es im Kreis in den Bereichen Dänischer Wohld, Schwansen und den Bundesstraßen. In diesen Gebieten sind die Bestände des Damwilds hoch. Deshalb dürfen in diesen Gegenden auch mehr Tiere geschossen werden, um den Bestand wieder zu senken. Malmström weist daraufhin, dass jetzt die Zeit der Drückjagden beginnt und bittet Autofahrer um Verständnis. „Wir sichern die Straßen durch Schilder und Tempobegrenzungen in Absprache mit dem Kreis für den Zeitraum ab“, sagt der Jäger. In diesem Fall gilt es besonders aufmerksam zu sein, da das Wild dann besonders in Bewegung ist.
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