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Hitzevorsorge

Hier erfahren Sie, welche Maßnahmen an Ihrem Gebäude und auf Ihrem Grundstück vor Hitze schützen und wie das eigene Verhalten an heißen Tagen angepasst werden kann.

Baumaterialien

Natürliche Baustoffe wie Ziegel oder Kalkstein fungieren bei Hitze als Puffer. Auch die Fassadenfarbe wirkt sich auf die Temperaturen im Hausinneren aus: Helle Farben reflektieren das Sonnenlicht stärker und heizen sich demnach nicht so stark auf wie dunklere Farbtöne. Überlegen Sie also beim Neubau bzw. wenn Sie eine umfassende Gebäudesanierung planen, ob eine klimaangepasste Fassade für Ihr Haus sinnvoll und im Rahmen des Bauplanungsrechts an Ihrem Gebäude zulässig ist.

Die Größe, Lage, Art und Anzahl der Fenster sollten Sie in Kombination mit Verschattungseinrichtungen unbedingt in ein wirkungsvolles Hitzeschutzkonzept einbinden. Dabei gilt es bei der Planung eines Neubaus zunächst zu überlegen, was ein angemessener Fensterflächenanteil für das Haus wäre. Gegebenenfalls ist es sinnvoll, den Anteil der Fensterflächen zu begrenzen oder auf große Fensterfronten zu verzichten. Beziehen Sie die Ausrichtung der Fenster nach Himmelsrichtungen ebenfalls in Ihre Planungen ein. Nehmen Sie diese Anregungen mit in die Gespräche mit Ihrem Architekten und beraten Sie gemeinsam, wie sich helle Räume und Hitzeschutz kombinieren lassen.

Auch für bestehende Häuser gibt es ein breites Angebot an Verschattungsmaßnahmen und -elementen wie beispielsweise flexible Roll-, Klapp- oder Schiebeläden, Jalousien oder Markisen (Vertikal-, Fallarm-, Fassadenmarkisen). Außen angebrachte Verschattungsvorrichtungen sind deutlich effektiver, weil so die Sonneneinstrahlung nicht direkt auf das Fensterglas trifft. Eine Alternative bieten speziell getönte Fenster (Sonnenschutzglas) oder Fenster mit einer Sonnenschutzfolie, diese lassen jedoch auch weniger Licht ins Haus. Eine innenliegende Beschattung hält weniger Wärme ab, bringt aber immerhin noch eine Reduktion von bis zu 30 Prozent der Wärme.

Für einen größtmöglichen Effekt sollten Jalousien, Faltstores und Vorhänge nicht zu nah am Fenster angebracht werden, besser aus Holz als aus Kunststoff oder Metall sein und möglichst effektiv abdunkeln. Wo es möglich ist, sind Nachtlüftungsklappen eine weitere Möglichkeit zur nächtlichen Raumkühlung.

Wie gestalte ich mein Dach hitzebeständig?

Die Dachdeckung eines Hauses kann sich an heißen Tagen zeitweise auf über 80 °C erhitzen. Der Dachstuhl ist also besonders betroffen bei hohen Außentemperaturen und sollte daher wie die Fassade mit geeigneten Materialen gedämmt werden. Flachliegende, großflächige Dachfenster sind bei hoher Sonneneinstrahlung anfällig und heizen die oberen Gebäudebereiche stark auf.

Daher sollten Sie diese unbedingt mit Verschattungselementen oder mit Sonnenschutzfolien versehen. Eine Alternative zu großen Schrägdachfenstern bieten Dachgauben. Überlegen Sie bei einem Um- oder Ausbau Ihres Hauses, ob Dachgauben eine Alternative sind, denn bei diesen scheint zumindest die hochstehende Sonne nicht direkt auf das Glas. Eine in Deutschland bislang noch selten angewandte Maßnahme, um das Dach vor hohen Temperaturen zu schützen, ist die Verwendung von weißen bzw. hellen Dachziegeln. Wie bei der hellen Fassade wird die Wärmeeinstrahlung in diesem Fall reflektiert und die Temperaturbelastung verringert. Jedoch ist ein helles Dach häufig nicht mit den Vorgaben im Bebauungsplan vereinbar. Informieren Sie sich hierzu über den bei Ihnen geltenden Bebauungsplan. Bebauungspläne finden Sie auf der Internetseite Ihrer Kommune oder unter „Bauleitpläne SH“ im DigitalerAtlasNord des Landes.

Je nach Dachform, beispielsweise bei Flachdächern, ergibt sich auch hier die Möglichkeit einer Begrünung als Hitzeschutz. Diese trägt auch zur Verbesserung des Mikroklimas bei und stellt eine sinnvolle Entlastung für das Dachentwässerungssystem und Kanalnetz bei Starkregen dar. Weitere Informationen zur Dachbegrünung finden Sie auf der Seite Gebäudebegrünung. Auch eine flächendeckende Solaranlage schützt das Dach vor direkter Sonneneinstrahlung. Eine Kombination von Solaranlage und Dachbegrünung ist möglich und sinnvoll.
Ein sogenanntes Solargründach sorgt dafür, dass PV-Module effizienter arbeiten, da sie von der Dachbegrünung gekühlt werden. Gleichzeitig entstehen durch den Schatten der PV-Module Lebensräume für weitere Pflanzen und Tiere.
Im Solar- und Gründachkataster des Kreises Rendsburg-Eckernförde können Sie sich einen ersten Überblick darüber verschaffen, ob Ihr Dach für eine Begrünung und/oder eine PV- oder Solarthermieanlage geeignet ist. Bitte beachten Sie jedoch, dass eine individuelle Prüfung vor Ort durch einen Fachbetrieb und einen Statiker dennoch nötig ist.

Bei sommerlichen Hitzeperioden kommt es bundesweit häufig zu schweren Gewittern, die mit stürmischen Winden, Starkregen oder Hagel einhergehen können. Blitzeinschläge können dabei eine enorme Druckbelastung auf die Bauteile ausüben und im schlimmsten Fall Hausbrände auslösen. Befindet sich Ihr Haus freistehend an einem erhöhten Ort, ist das Risiko eines Blitzeinschlags ins Gebäude deutlich höher als in dichtbesiedelten Gebieten. Daher sollten Sie Ihr Gebäude mit einem wirkungsvollen Blitzschutzsystem ausstatten und dieses regelmäßig fachgerecht prüfen lassen (Quelle: Difu Praxisratgeber Klimagerechtes Bauen).

Maßnahmen im Gebäudeumfeld, die zu einer Reduzierung der Wärmebelastung beitragen

Begrünung
Das Grundstück und der Außenbereich Ihres Gebäudes bieten Ihnen viele Möglichkeiten zur klimaangepassten Gestaltung gegen sommerliche Hitze. Bäume als Schattenspender für das Haus sind eine effektive und natürliche Maßnahme gegen hohe Temperaturen im Gebäude. Achten Sie jedoch darauf, dass keine ungewollte Verschattung des Gebäudes auf Kosten von Helligkeit und Energiebilanz im Winter (Laub- statt Nadelbäume) oder gar eine potenzielle Gefahrenquelle bei Sturm für das Haus entsteht.

Bei der Gartengestaltung spielen deshalb die Wahl der Baumart (Kronen- und Wurzelform), die zu erwartende Höhe und Standsicherheit der Bäume sowie der Standort auf dem Grundstück eine entscheidende Rolle. Zudem sollten Sie bedenken, dass neu gepflanzte Bäume mitunter erst nach einigen Jahren den gewünschten Verschattungseffekt für Ihr Gebäude erbringen können. Bei der Auswahl können Garten- und Landschaftsbauer beraten. Es empfiehlt sich, die Bäume regelmäßig auf Gesundheit und Standsicherheit überprüfen zu lassen.

Vermeiden Sie kahle Bodenflächen auf Ihrem Grundstück, diese trocknen stark aus und können dann kein Regenwasser aufnehmen. Bepflanzte Böden sind durchlässiger, bei Stauden ist dieser Effekt besonders hoch. Vor allem in der Stadt ist das Anlegen von begrünten Innenhöfen eine Möglichkeit zur Kühlung durch Verdunstung, darüber hinaus wird so die Aufenthaltsqualität am Haus gesteigert. Auch die Auswahl der Pflanzenarten in Ihrem Garten oder Hof kann klimaangepasst erfolgen. Informationen dazu finden Sie auf der Themenseite naturnahe Gartengestaltung.

Bewässerung
Im Sommer ist für ausreichende Wasserversorgung der Bäume und Grünflächen zu sorgen. Zur Bewässerung eignet sich insbesondere gespeichertes Regenwasser. Eine automatische Bewässerung mittels Tropfsystem sorgt für eine Einsparung durch sehr exaktes Dosieren des Wassers. Offene Wasserstellen, wie ein Gartenteich oder ein Terrassenbrunnen, sind optisch ansprechend und senken bei Hitze die Temperatur. Damit verbessern Sie die Aufenthaltsqualität rund um Ihr Gebäude. Auch eine Kombination mit natürlicher Regenwasserbewirtschaftung ist möglich. Analog zum Überflutungsschutz gilt, dass Sie möglichst wenig Fläche auf Ihrem Grundstück versiegeln sollten, da sich der Boden an diesen Stellen schneller und stärker erhitzt. Begrünte Einfahrten und bepflanzte Terrassen bieten Möglichkeiten zur Entsiegelung bzw. Vermeidung einer Versiegelung und damit zur Versickerung von Regenwasser.

  • Passen Sie Ihren Alltag bei Hitze an, indem Sie sich beispielsweise in den heißesten Stunden des Tages (etwa zwischen 10 bis 17 Uhr) an einem kühlen Ort aufhalten und körperliche Anstrengungen vermeiden.
  • Verlegen Sie körperliche Aktivitäten und Erledigungen in die kühleren Morgen- und späteren Abendstunden.
  • Halten Sie Ihre Wohnung und sich selbst möglichst kühl.
  • Trinken Sie ausreichend – am besten Wasser und ungesüßte Tees.
  • Setzen Sie sich möglichst nicht direkter Sonneneinstrahlung aus.
  • Sorgen Sie für einen Sonnenschutz, wenn Sie ins Freie gehen.
  • Konsultieren Sie vor einer Hitzewelle Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, um die ggf. von Ihnen eingenommenen Arzneimittel auf Hitzeverträglichkeit prüfen zu lassen.  Setzen Sie Ihre Arzneimittel aber keinesfalls selbstständig ab und verändern Sie auch nicht die Dosierung oder das Einnahmeschema.
  • Beachten Sie insbesondere bei Hitze die Aufbewahrungshinweise in der Packungsbeilage von Arzneimitteln. Da viele Arzneimittel bei Hitze ihre Wirksamkeit verlieren können, lagern Sie diese bitte kühl.
  • Meiden Sie die Hitze so gut es geht und setzen Sie Babys und Kleinkinder weder der direkten Sonneneinstrahlung noch intensiver Mittagshitze aus.
  • Berücksichtigen Sie bei Ihrer Tagesplanung, dass Kleinkinder in der heißesten Tageszeit – etwa zwischen 10 und 17 Uhr – auf anstrengende Bewegungsspiele verzichten sollten.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind genug trinkt.
  • Schützen Sie Ihr Kind von oben bis unten mit sonnengerechter Kleidung. Dazu gehört auch eine Kopfbedeckung sowie eine Sonnenbrille.
  • Halten Sie Ihre Wohnung und den Körper Ihres Babys bzw. Ihres Kleinkindes möglichst kühl.
  • Sorgen Sie dafür, dass sich Ihr Kleinkind beim Spielen mit Wasser, im Planschbecken oder unter einer Gartendusche abkühlen kann.
  • Legen Sie Ihr Baby oder Ihr Kleinkind im kühlsten Raum der Wohnung schlafen.
  • Leiten Sie bei Symptomen von Hitzebelastung umgehend Erste-Hilfe-Maßnahmen ein und verständigen Sie eine Ärztin oder Arzt.
  • Tragen Sie dazu bei, Arbeits- und sonstige Räume (z. B. Pausenräume) möglichst kühl zu halten, indem Sie z. B. in den frühen Morgenstunden lüften.
  • Passen Sie Ihre Arbeit, wo immer es geht, an die Temperatur an. Verlegen Sie schwere körperliche Arbeiten möglichst in die kühleren Morgenstunden.
  • Tragen Sie bei Arbeiten im Freien geeignete Kleidung einschließlich einer Kopfbedeckung und benutzen Sie eine Sonnenbrille sowie Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor.
  • Trinken Sie ausreichend – am besten Wasser und ungesüßte Tees. Essen Sie leicht und bekömmlich.
  • Achten Sie bei sich und Ihren Kolleginnen und Kollegen auf Anzeichen von Beeinträchtigungen durch Hitze.
  • Sprechen Sie mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt darüber, ob es notwendig ist, Therapieanpassungen vorzunehmen und ggf. erforderliche Maßnahmen zum Schutz bei einer Hitzewelle zu ergreifen, z. B. die Entwicklung eines Trinkplans für Menschen mit Nierenerkrankungen.
  • Konsultieren Sie möglichst schon im Frühling, spätestens aber vor einer Hitzewelle Ihre Ärztin oder Ihren Arzt, um die ggf. von Ihnen eingenommenen Arzneimittel auf Hitzeverträglichkeit prüfen zu lassen. Setzen Sie Ihre Arzneimittel aber keinesfalls selbstständig ab und verändern Sie auch nicht die Dosierung oder das Einnahmeschema.
  • Beachten Sie insbesondere bei Hitze die Aufbewahrungshinweise in der Packungsbeilage von Arzneimitteln. Da viele Arzneimittel bei Hitze ihre Wirksamkeit verlieren können, lagern Sie diese bitte kühl.
  • Passen Sie Ihren Alltag bei Hitze an, indem Sie sich beispielsweise in den heißesten Stunden des Tages an einem kühlen Ort aufhalten und körperliche Anstrengungen vermeiden.
  • Verlegen Sie körperliche Aktivitäten und Erledigungen in die kühleren Morgen- und späteren Abendstunden.
  • Halten Sie Ihre Wohnung und sich selbst möglichst kühl.
  • Trinken Sie ausreichend – am besten Wasser und ungesüßte Tees.
  • Meiden Sie möglichst direkte Sonneneinstrahlung.
  • Bitten Sie Angehörige, Freundinnen und Freunde oder Nachbarinnen und Nachbarn an heißen Tagen um Hilfe.