Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Schulsozialarbeit

Herzlich willkommen auf der Startseite der Schulsozialarbeit des Kreises Rendsburg-Eckernförde!

Schulsozialarbeit ist ein eigenständiges Angebot der Jugendhilfe auf Grundlage des §13 a SGB VIII an Schule.

Sie unterstützt Schülerinnen und Schüler bei der Bewältigung von Schwierigkeiten im schulischen oder im persönlichen Umfeld am Standort Schule. Damit wirkt sie integrativ und fördert Bildungs-und Teilhabechancen, insbesondere von Schülerinnen und Schülern in herausfordernden Situationen. In gemeinsamer Verantwortung mit den Schulleitungen, den Lehrkräften und allen weiteren an der Schule tätigen Fachkräften verfolgt sie das Ziel, die Rahmenbedingungen für die Entwicklung eines positiven Schulklimas zu schaffen. Sie arbeitet vertraulich und berücksichtigt die unterschiedlichen Lebenslagen der Schülerinnen und Schüler und von deren Familien. 

Weitere Informationen

Seit 2011 wird Schulsozialarbeit offiziell gefördert, zunächst mit Mitteln des Bildungs- und Teilhabepakets und mit Mitteln des Landes Schleswig-Holstein.
Seit 2014 erfolgt zuzüglich der Landesmittel die Förderung nach § 28 des Gesetzes über den kommunalen Finanzausgleich in Schleswig-Holstein (Finanzausgleichsgesetz – FAG vom 10.12.2014, GVOBI. SH S. 473). Auf Grundlage der Förderrichtlinie des Kreises werden die Mittel an die Schulträger aufgeteilt. Ausschlaggebend für die Mittelvergabe sind neben der Anzahl der Schülerinnen und Schüler auch soziale Belastungsfaktoren sowie die Beteiligung der Schulsozialarbeit an besonderen Maßnahmen. Einige Schulträger im Kreis Rendsburg-Eckernförde unterstützen bereits seit langem die Schulsozialarbeit ergänzend zur Kreisförderung.

Die inhaltliche Ausrichtung der Schulsozialarbeit im Kreis Rendsburg-Eckernförde ist in einem Rahmenkonzept beschrieben. Aktuell sind mehr als 70 Schulsozialarbeitende an den Grundschulen, Gemeinschaftsschulen, Förderzentren, Gymnasien und Berufsschulen des Kreises beschäftigt und setzen eigene Schwerpunkte. Welche Angebotsformen gewählt werden, entscheidet sich in Abhängigkeit von den Chancen und Erfordernissen, die die jeweiligen Schulstandorte beinhalten. Dazu könnten zum Beispiel die Schulform, und / oder das Alter der Schülerinnen und Schüler bzw. die bereits vorhandenen Angebote vor Ort zählen. 

Im Rahmen der Einzelfallhilfe wird einzelnen Schülerinnen und Schülern Unterstützung angeboten. Anlässe hierfür können vielfältig sein: Schwierigkeiten im schulischen oder persönlichen Umfeld, Schulmüdigkeit (Absentismus) oder aber Verzögerungen in der sozial-emotionalen Entwicklung. Schulsozialarbeit zeichnet sich durch einen sozialpädagogischen Blick auf das Kind oder den Jugendlichen aus. Sie berücksichtigen Alter, Lebensbedingungen, Wünsche und Kompetenzen der Beteiligten. Anhand dieser Perspektive erweitern Schulsozialarbeitende das Verständnis aller Beteiligten füreinander. Auf diese Weise können gemeinsam Lösungen erarbeitet werden oder kann an helfende Stellen weitervermittelt werden. Das geschieht in einem klärenden Gespräch zwischen Eltern, Kind und Lehrkraft oder durch die Einbeziehung anderer helfender Instanzen und Institutionen. Im Fokus steht das Ziel, das Kind bzw. den Jugendlichen zu unterstützen und die schulische Ausbildung zu fördern. Faktoren, die die Alltagsbewältigung erschweren, sollen möglichst ausgeglichen werden.

Gruppenangebote

Präsenz im Schulalltag

Um Vertrauen zu den Schülerinnen und Schülern aufzubauen, ist die Schulsozialarbeit regelmäßig präsent. Das kann entweder anhand fester Sprechzeiten in einem Büro erreicht werden, anhand von Pausenpräsenzen oder dem Vorhalten von Räumlichkeiten als Ruhezone oder auch als Schutzraum. Auf diese Weise ist die Schulsozialarbeit für alle Schülerinnen und Schüler erreichbar. Teils bietet sie im Zuge dieser Präsenzzeiten Angebote zur Weiterentwicklung des sozialen Miteinanders an. Schülerinnen und Schüler werden zu Konfliktlotsen ausgebildet oder erarbeiten als „Spieleanleiter“ eigene Vorschläge zur Pausengestaltung für ihre Mitschüler/-innen.

Sozialpädagogische Gruppenangebote

In sozialpädagogischen Gruppenangeboten setzt Schulsozialarbeit in größeren oder kleineren Gruppen besondere Themen um. Dazu können beispielsweise demokratiebildende Maßnahmen gehören, wie etwa die Bildung eines „Klassenrats“. Dabei erlernen die Schüler/-innen ein partizipatives Miteinander und reflektieren ihre eigenen, alltäglichen Verhaltensmuster. In Gruppenangeboten können auch präventive Themen wie (Medien-)Sucht oder Gewalt besprochen werden, sodass Schülerinnen und Schülern die Gelegenheit geboten ist, sich über diese Themen zu informieren.

Krisenintervention und Konfliktlösung

Schulsozialarbeit kann bei Konfrontationen und Konflikten zwischen Schülerinnen und Schülern helfen, indem sie beim Finden einer Konfliktlösungsstrategie unterstützt. Als unabhängige, allparteiliche Dritte bietet sie den Rahmen dafür, dass die Bedürfnisse und Interessen der Beteiligten berücksichtigt werden können und der Konflikt unter diesen Umständen beigelegt werden kann. Innerhalb der Krisenintervention und Konfliktlösung geht es also darum, bei akuten Schwierigkeiten im Umgang mit Mitschüler/-innen, mit Lehrkräften oder im persönlichen Umfeld zu vermitteln. 

Übergänge

Schulsozialarbeitende bieten Unterstützung bei dem Wechsel von der einen Bildungsinstitution zur nächsten, etwa während des Übergangs auf die Grundschule. Durch den Besuch der zugehörigen Kindertagesstätte lernen Schulsozialarbeitende die zukünftigen Schüler und Schülerinnen mitsamt ihren individuellen Kompetenzen und Defiziten schon vor Schuleintritt kennen und können diese Informationen an die Lehrkräfte weitergeben bzw. frühzeitig helfende Maßnahmen einleiten. Auch die weiteren Wechsel – von der Grundschule auf die weiterführende Schule sowie der Übergang ins Studium bzw. Berufsleben – gehören in den Angebotsbereich von Schulsozialarbeit. Welcher Übergang begleitet werden kann, ist natürlich abhängig von der Schulform des jeweiligen Standortes.

Fallübergreifende Aufgaben

Vernetzung

Für eine gelingende Einzelfallhilfe ist es notwendig, sich mit anderen Institutionen und Partnern zu vernetzen. Zu den Netzwerkpartnern gehören der Jugend- und Sozialdienst des Kreises oder auch die Polizei. Die Schulsozialarbeit ist dabei selbstverständlich an die Schweigepflicht gebunden und gibt Informationen nur im Einverständnis der Beteiligten weiter. Aufgrund ihres Wissensschatzes kann Schulsozialarbeit zudem Hinweise geben auf passende Nachmittagsangebote wie Mädchentreffs, Sportmöglichkeiten oder Kulturveranstaltungen.

Zusammenarbeit mit Schule

Die Zusammenarbeit mit Schule beinhaltet auch das Mitwirken an der Schulentwicklung. Dazu gehört unter anderem die regelmäßige Teilnahme an Gremien, wie etwa Arbeitskreisen, Lehrerkonferenzen und pädagogischen Konferenzen. Auch an Schulentwicklungs- und Projekttagen nehmen Schulsozialarbeitende aktiv teil. Die enge Zusammenarbeit ermöglicht es, die sozialpädagogische Sichtweise von Schulsozialarbeit im Kontext der Schule als Ganzes zu berücksichtigen. 

Dokumentation, Reflexion, Supervision

Wie in vielen sozialpädagogischen Berufen zählt die Dokumentation der eigenen Tätigkeit, der Kontakte und Themen, die bearbeitet wurden, zum Berufsbild dazu. Dies hilft, in regelmäßigen Abständen die Handlungsweisen zu reflektieren und ggf. weiterhin zu verbessern bzw. um neue Ansätze zu erweitern. Dazu können abstimmende Gespräche zwischen Kollegen und Kolleginnen dienlich sein, aber auch externe, methodische Hilfestellungen wie die Supervision. 

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde begleitet die Einführung und Ausgestaltung von Schulsozialarbeit bereits seit 2008 durch Netzwerkarbeit und Evaluationen. In Netzwerktreffen werden Erfahrungen über praxistaugliche Maßnahmen ausgetauscht. Die bisher durchgeführten Evaluationen beinhalten die Analyse von Rahmenbedingungen, wie Trägerform, Finanzierung, Personalausstattung und -qualifikation sowie räumlicher und organisatorischer Gegebenheiten. 

Der Jugendhilfeausschuss hat im Februar 2020 den Auftrag gegeben, eine neue Bestandserhebung durch das Jugendamt durchführen zu lassen. Das Projekt „Evaluation der Schulsozialarbeit im Kreis Rendsburg-Eckernförde“ wird diesen Auftrag umsetzen und bis 04/2022 in Form eines Berichts die Entwicklung von Schulsozialarbeit im Kreis Rendsburg-Eckernförde darlegen. 

Den aktuellen Bericht zur Schulsozialarbeit im Kreis finden Sie an dieser Stelle.