Kita-Fachtag nimmt Vielfalt und Gleichberechtigung in den Blick
Rendsburg – Meistens passiert es ohne Absicht und unbewusst: Ein Satz, ein Vorurteil, schnell gesagt, aber nicht folgenlos für das Gegenüber. Diskriminierung passiert jeden Tag. Der Fachtag „Vielfalt gestalten – Antidiskriminierung in den neuen Bildungsleitlinien in Schleswig-Holstein“ des Kreises Rendsburg-Eckernförde lud Kita-Fachleute dazu ein, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam darüber ins Gespräch zu kommen.
Maren Bonni-Justen stellte gleich zu Beginn der Veranstaltung klar. „Es geht hier nicht darum, mit dem erhobenen Zeigefinger zu kommen. Diskriminierung passiert jeden Tag. Wir alle sind nicht frei davon“, sagte die Pädagogin, die zum Team der Heimaufsicht des Kreises Rendsburg-Eckernförde gehört. „Betroffenen zuhören, sie verstehen, gemeinsam Barrieren abbauen und sich selbst immer wieder kritisch zu hinterfragen: Das ist wichtig.“
Kitas sind oft der erste Ort außerhalb der Familie für Kinder. Gerade deshalb war dem Kreis Fachdienst Kinder, Jugend und Sport dieser Fachtag so wichtig. „In Kitas wird das Fundament für Vorurteilsbewusstsein, Demokratie und ein solidarisches Miteinander gelegt“, sagte Fachdienstleiter Matthias Hoffmann. Jedes Kind habe das Recht auf eine Kindheit ohne Diskriminierung. „Vielfalt im Alltag strukturell zu schützen und aktiv gegen Diskriminierung vorzugehen, erfordert Mut, Reflexion und Fachwissen. Es bedeutet, die eigenen Privilegien zu hinterfragen, Barrieren abzubauen und hinzusehen, wo Ausgrenzung passiert.“
Um mehr Fachwissen zu bekommen, hatten die Organisatorinnen des Fachtages, Mirja-Theresa Meyn, Maren Bonnie-Justen, Sina Pöhlmann und Frederike Dunkelmann, drei Referenten eingeladen. Nachdem Bonnie-Justen die neuen Bildungsleitlinien vorgestellt hatte, sprach der Islamwissenschaftler und Jurist Jens Leutloff darüber, welche Folgen Diskriminierung hat. Die Pädagogin Amna Janne Akeela erklärte, wie man im Kitaaltag bei Diskriminierung eingreift.Über das ungleiche Machtverhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern in Kitas, sprach Kari Bischof-Schiefelbein, Kindheits- und Sozialwissenschaftlerin.
Deutlich wurde: Ausgrenzung aufgrund von Herkunft, Sprache, Geschlecht, Behinderung oder familiärer Lebensform kann weitreichende Folgen für Körper und Seele haben. Deshalb ist es wichtig, Kinder früh für das Thema zu sensibilisieren. Gerade in der Kita gibt es viele Möglichkeiten, dem entgegenzuwirken. Verborgene Muster sichtbar machen, mit Kindern darüber sprechen und einen wertschätzenden Umgang mit Vielfalt fördern: Diese Impulse gaben die Referentinnen und der Referent den Teilnehmenden mit auf den Weg. Es zeigte sich, dass Wissen, Austausch und Vernetzung bei diesem Thema wichtig sind. „Nur gemeinsam können wir die große Aufgabe lösen, gegen Diskriminierung vorzugehen“, sagte Hoffmann.
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