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Kinderschutzbericht 2025: Präventionsangebote zeigen erste Wirkung

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Kinderschutzbericht 2025: Präventionsangebote zeigen erste Wirkung

Rendsburg/Eckernförde – Seit 2009 veröffentlicht der Kreis Rendsburg-Eckernförde jährlich einen Kinderschutzbericht. Jetzt liegt der Bericht für das Jahr 2025 vor. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde wurden im Jahr 2025 insgesamt 1031 Meldungen von Kindeswohlgefährdung von den Mitarbeitenden des Jugend- und Sozialdienstes (JSD) geprüft. Im Jahr 2024 lag die Gesamtzahl bei 1037 Meldungen. „Die Fallzahl ist damit nahezu stabil geblieben und weiterhin auf einem hohen Niveau“, sagt JSD-Leiter Tobias Mehnert. „Die Zahl der bestätigten Kindeswohlgefährdungen sank jedoch von 188 auf 132 Fälle.“ Und auch die Zahl der akuten Gefährdungen hat sich mit 45 Fällen (2024: 85) nahezu halbiert.

Präventionsangebote im Kreis wirken

„Uns zeigt die Auswertung, dass unsere Präventionsarbeit wirkt“, sagt Mehnert. Denn der Rückgang fällt zeitlich mit dem Ausbau von Präventionsstrukturen zusammen. Die InsoFa-Beratungenstiegen auf 204 Anfragen, 2024 waren es 155. Sogenannte „Insoweit erfahrene Fachkräfte“ (InsoFa), auch Kinderschutzkräfte genannt, beraten pädagogische Fachkräfte beim Verdacht einer Kindeswohlgefährdung. „Die Zahlen zeigen, dass pädagogische Fachkräfte sich damit häufiger fachliche Unterstützung bei der Einschätzung möglicher Gefährdungen holen, bevor sie eine Meldung erwägen“, sagt Mehnert.  Auch strukturell wurde die Prävention 2025 ausgebaut: Die bisher getrennten Netzwerke Frühe Hilfen und Kinderschutz wurden zum Netzwerk „Prävention und Kinderschutz“ zusammengeführt. Außerdem baut der Kreis kommunale Präventionsketten auf. Das Ziel ist es, allenKindern, Jugendlichen und Familien durch frühzeitig aufeinander abgestimmte Unterstützungsangebote faire Chancen auf ein gesundes und gelingendes Aufwachsen zu ermöglichen und soziale Ungleichheiten abzubauen. Der Kreis ist eine von zwei Modellkommunen in Schleswig-Holstein, die dabei bis 2027 vom Land gefördert und fachlich-wissenschaftlich begleitet werden.

Auch die Anzahl der im Rahmen der Frühen Hilfen erreichten Familien stieg an: Das Angebot Schutzengel wurde 83-mal in Anspruch genommen (2024: 76), das Familienhebammenprojekt half 48 Familien (2024: 40) und das Baby-Mobil erreichte 831 Personen. Die Kooperation mit dem Gesundheitswesenwurde fortgeführt durch regelmäßige Teilnahme an den Qualitätszirkeln der Frauenärztinnen und -ärzte sowie Kinderärztinnen und -ärzte. Seit 2026 besucht das Team der Frühen Hilfen auf der Geburtsstation der Schön Klinik Rendsburg Wöchnerinnen, um Familien von Anfang an zu zeigen, dass sie nicht allein sind und jederzeit kostenlose Unterstützung in Anspruch nehmen können. 

Vernachlässigung bleibt häufigste Gefährdungsform

Die Kindeswohlgefährdung zeigt sich im Kreis überwiegend in Form von Vernachlässigung. Sie betrifft 92 der 132 bestätigten Fälle und hat anteilig deutlich zugenommen – von 45 auf knapp 60 Prozent. „Vernachlässigung zeigt sich auf körperlicher und emotionaler Ebene. Manche Kinder bekommen zu Hause wenig Ansprache, andere kommen hungrig in die Schule“, so Mehnert. „Oft geht Vernachlässigung einher mit Armut und psychosozialer Belastung der Sorgeberechtigten. Deshalb nehmen wir im Rahmen der kommunalen Präventionsketten diese Gruppe verstärkt in den Blick.“ Im Bereich der Angebote der Frühen Hilfen für Familien mit Babys und Kleinkindern zeigen die Zahlen einen starken Anstieg psychischer Belastungen der Eltern.

 

Mehr Meldungen bei den Jüngsten, die meisten bestätigten Fälle bei 10- bis unter 14-Jährigen

Die höchste Zahl bestätigter Gefährdungen entfällt mit 36 Fällen auf die Altersgruppe der 10- bis unter 14-Jährigen, während es in der Altersgruppe der 6- bis unter 10-Jährigen die meisten Meldungen gibt. Gestiegen sind die Meldungen für Kinder unter drei Jahren von 149 auf 163. „Prävention muss deshalb zweigleisig ansetzen: früh in der Familie und institutionell verankert im Schulalter. Die kommunalen Präventionsketten setzen genau an dieser Schnittstelle zwischen früher Familienförderung und schulischer Verankerung an“, sagt Mehnert.

Den vollständigen Kinderschutzbericht finden Sie unter Kinderschutzbericht_2025.pdf.

Verantwortlich für diesen Pressetext: Inga Lange, Pressesprecherin | Kreis Rendsburg-Eckernförde | Kaiserstraße 8, 24768 Rendsburg | Telefon 04331  202-145 | E-Mail: pressestelle[at]kreis-rd.de  | www.kreis-rendsburg-eckernfoerde.de