Medieninformation
PFAS-Nachweise im Trinkwasser im Gebiet um den Militärflugplatz Hohn: weitere Beprobungen laufen
Hohn – Der Kreis Rendsburg-Eckernförde nimmt aktuell unterschiedliche Wasser-proben rund um den Militärflugplatz in Hohn. Ziel ist es, herauszufinden, ob die bisher festgestellten PFAS-Verunreinigungen in den Kleinbrunnenanlagen ausschließlich von dem Gelände der Bundeswehr stammen oder auch andere Verursacher in Frage kommen. Außerdem wird der Schaden in seiner räumlichen Ausbreitung in Boden und Grundwasser erfasst, um dann gegebenenfalls Maßnahmen zur Schadstoffreduzierung umzusetzen.
Beim Kreis Rendsburg-Eckernförde sind vorwiegend die Untere Bodenschutzbehörde, das Gesundheitsamt und die Untere Wasserbehörde mit der PFAS-Thematik befasst.
Aktuell werden verschiedene Wasserproben genommen, um ein ganzheitlicheres Lagebild zu bekommen. Gerade lief die dritte Trinkwasser-Probenserie des Ge-sundheitsamtes. In den Gemeinden Alt Duvenstedt und Fockbek wurden insgesamt 24 Brunnen beprobt. Sie befinden sich im östlichen Gebiet des Fluglatzes Hohn. Zusätzlich fand Mitte März eine erste Abstimmung zwischen dem Gesundheitsamt, dem Ministerium für Justiz und Gesundheit, dem Landesamt für Arbeit, Soziales und Gesundheit sowie dem Medizinaluntersuchungsamt (MUA) am UKSH statt. Es wurde vereinbart, ein Untersuchungsprogramm unter Federführung des MUA zu entwerfen. Hierbei sollen die Eintragspfade und die Ausbreitungsdynamik der PFAS untersucht werden, um Erkenntnisse für zukünftige Fälle gewinnen und somit die Trinkwasservorkommen in Schleswig-Holstein langfristig besser schützen zu können. Das Ministerium für Justiz und Gesundheit hat sich bereit erklärt, diese Untersuchungsprogramm entsprechend finanziell zu unterstützen.
Die Untere Wasserbehörde beprobt aktuell den Ablauf und Schlamm von sieben Kleinkläranlagen von privaten Haushalten im Untersuchungsgebiet. Es handelt sich um Haushalte, bei denen es im Trinkwasserbrunnen PFAS-Nachweise gibt. Auch der Ablauf der zentralen Kläranlage Lohe-Föhrden wird beprobt. Kleingewässer im westlichen Umfeld des Flugplatzes sind ebenfalls beprobt worden.
Die Altlastenerkundung in Boden und Grundwasser, um das sich die Untere Bodenschutzbehörde kümmert, läuft in Absprache mit der Bundeswehr weiter wie gehabt. 13 bereits untersuchte Brunnen werden im Auftrag der Bundeswehr erneut beprobt werden, um die ersten Ergebnisse zu validieren.
Wenn die Ergebnisse der Trinkwasseruntersuchungen und der Oberflächen- und Abwasseruntersuchungen in den nächsten Monaten vorliegen, geht es an die Auswertung. Die Fachleute hoffen, dann ein besseres und umfangreicheres Lagebild der PFAS-Verunreinigungen zu haben. Daher auch die relativ langen Überprüfungszyklen. Ob dann auch schon die PFAS-Quelle bzw. Quellen eindeutig zuordbar sind, ist nicht absehbar. Das Altlastenprogramm der Unteren Bodenschutzbehörde wird voraussichtlich 2027 abgeschlossen sein.
Die Bürgermeister der Gemeinden Lohe-Föhrden und Hohn, Sven Carstens und Volker Stiefel, haben Gespräche mit Wasserversorgern bezüglich einer zentralen Trinkwasserversorgung aufgenommen. Die jeweiligen Gemeinderäte sind darüber informiert und befürworten diesen Weg. Ziel ist es, 110 Haushalte in Lohe so schnell wie möglich an eine zentrale Trinkwasserversorgung anzuschließen. 15 weitere Haushalte auf Hohner Gebiet sollen ebenfalls angeschlossen werden.
Im November und Dezember 2025 hatte der Kreis Rendsburg-Eckernförde insgesamt rund 125 Kleinbrunnenanlagen in den Gemeinden Lohe-Föhrden, Hohn, Fockbek und Alt Duvenstedt beprobt. Bei insgesamt sieben Brunnen lagen die PFAS-Messungen über den Grenzwerten der Trinkwasserverordnung, in 24 Brunnen wurden PFA-Substanzen unter den Grenzwerten nachgewiesen. Daraufhin sind die Bürgerinnen und Bürger über die Ergebnisse informiert worden. Den sieben Haushalten mit Grenzwertüberschreitungen hat das Kreisgesundheitsamt geraten, das Trinkwasser nicht mehr zu nutzen. Sie werden seitdem mit Trinkwasser in Flaschen bzw. Gutscheinen für Wasser versorgt. Auch den Haushalten mit PFAS-Nachweisen hat das Kreisgesundheitsamt empfohlen, das Wasser nicht mehr zu trinken und für die Zubereitung von Nahrung zu verwenden.
Verantwortlich für diesen Pressetext: Inga Lange, Pressesprecherin | Kreis Rendsburg-Eckernförde | Kaiserstraße 8, 24768 Rendsburg | Telefon 04331 202-145 | E-Mail: pressestelle@kreis-rd.de | www.kreis-rendsburg-eckernfoerde.de
