Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Bovines Herpesvirus Typ 1 (BHV1)

Bei der BHV1-Infektion handelt es sich um eine nicht auf den Menschen übertragbare Viruserkrankung des Rindes, die bei starker Belastung der Tiere (Stress, Geburt) zu sichtbaren Krankheitserscheinungen führen kann und daher mit großen wirtschaftlichen Verlusten verbunden ist.
Das Bovine Herpesvirus Typ 1 (BHV1) verursacht bei Rindern zwei verschiedene Krankheitsbilder:

  1. respiratorische Form (IBR = Infektiöse Bovine Rhinotracheitis): Entzündung der oberen Atemwege (Nase- und Luftröhre)
  2. genitale Form (IPV = Infektiöse pustulöse Vulvovaginitis): 
    Entzündung des Genitaltraktes

Viele Infektionen verlaufen unbemerkt. Eine akute Erkrankung äußert sich durch hohes Fieber, Rückgang der Milchleistung, Atemprobleme, Nasenausfluss und Rötung des Flotzmauls.
Eine Besonderheit dieser Infektionskrankheit ist es, dass ein einmalig infiziertes Tier lebenslang ein Virusträger bleibt. Diese Tiere erscheinen gesund, tragen jedoch das Virus in sich. Sie können es jederzeit unter bestimmten Voraussetzungen (z.B. bei Stresssituationen wie Kalbungen oder Stallwechsel) wieder ausscheiden und auf andere Rinder übertragen.
Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche.
Ein uneingeschränkter Handel ist nur mit BHV1-freien Rindern aus BHV1-freien Beständen oder kontrollierten Impfbeständen möglich. Die Rinder müssen von einer BHV1-Freiheitsbescheinigung begleitet sein. Ohne diese Bescheinigung dürfen Rinder nur zur Schlachtung, in den Export oder in reine Mastbestände verbracht werden.
Die BHV1-Bekämpfung ist Pflicht! Alle Rinderhalter müssen sich am BHV1-Sanierungsverfahren beteiligen.

Regelungen für Schleswig-Holstein auf Grund der Landesverordnung zum Schutz der Rinder vor einer Infektion mit dem Bovinen Herpesvirus Typ 1

Treiben und Halten von Rindern:

Rinder, die nicht BHV1-frei sind, dürfen nicht auf öffentlichen Wegen getrieben oder im Freien gehalten werden (§ 1 Schl.-H. BHV1-VO). 

Ausnahme:

  • Rinder, die regelmäßig gegen das BHV1-Virus geimpft worden sind 


BHV1-Impfpflicht:

Ist in einem Rinderbestand ein Reagent festgestellt, so hat der Tierhalter unverzüglich alle Rinder des Bestandes gegen BHV1 impfen zu lassen (§ 2 Schl.-H. BHV1-VO).

Kennzeichnung und Halten von Reagenten:

Reagenten sind von den Tierhaltern unverzüglich nach Vorliegen des Befundes mit einer roten Plastikohrmarke und im Bestandsregister zu kennzeichnen. Reagenten sind so zu halten, dass sie nicht Rindern anderer Bestände in Kontakt kommen können (§ 3 Schl.-H. BHV1-VO).

Ausnahmen:

  • Bestände, in denen ausschließlich in Stallhaltung gemästet wird, 
  • Rinder nur zur Schlachtung abgeben werden und 
  • Bestände für den die zuständige Behörde einer solchen Ausnahme zugestimmt hat. 


Die roten Ohrmarken erhalten Tierhalter beim Landeskontrolldienst Schleswig-Holstein e. V. (LKD), Steenbeker Weg 151, 24106 Kiel. 

BHV1-Sanierungsverfahren Übersicht als Fließschema:

 

Anerkennung als BHV1-freier Bestand: 
einmalige Gebühr in Höhe von 15,00 €

Ausstellung BHV1-Freiheitsbescheinigung: 10,00 €