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Die Trichinellose ist eine lebensmittelbedingte Infektion mit Fadenwürmern der Gattung Trichinella. Von den verschiedenen Arten hat die Trichinella spiralis die größte Bedeutung. Befallen werden in erster Linie Fleisch- und Allesfresser sowie der Mensch. 

Hauptreservoire sind Wildschweine, Ratten, Füchse, Dachse und Bären. Die Ansteckung erfolgt durch Aufnahme von ausgereiften, eingekapselten Muskeltrichinenlarven mit rohem oder halbgarem Fleisch (z. B. Mett).

Mittlerweile ist bei Wildschweinen eine weitere Form von Trichinen (Trichinella pseudo spiralis) von Bedeutung. 

Übertragung, Entwicklung und Wirkung beim Menschen:

Die mit dem Fleisch in der Nahrung aufgenommenen Trichinenlarven werden durch die Einwirkung der Verdauungsenzyme im Magen aus ihren Kapseln freigesetzt und gelangen mit der Peristaltik passiv in den Dünndarm. Hier dringen sie in die Darmschleimhaut und entwickeln sich in 24-30 Std. zu adulten, geschlechtsreifen weiblichen und männlichen Trichinen. Die weiblichen setzen sich in der Darmschleimhaut fest und produzieren neue Larven.

Diese Larven dringen in die Lymph- und Blutgefäße der Darmschleimhaut ein und gelangen über Lymphbahnen und den Blutkreislauf in die Skelettmuskulatur und zum in andere Organsysteme. In der Muskulatur wächst die Larve auf 1mm Länge heran und rollt sich ein. Durch die Wirtsreaktion entsteht bei Trichinella spiralis die typische Trichinenkapsel (= „Ruhe“ – Trichinellen, fehlt bei Trichinella pseusospiralis). In der Muskulatur eingekapselte Trichinenlarven können mehrere Jahre funktionstüchtig bleiben. 

Im Darm befindliche adulte Trichinen führen beim Menschen in der Regel zu Schwindel, Bauchschmerzen, Erbrechen und Durchfall. Verbreiten sich dann die Larven im Körper, tauchen weitere Symptome wie Schwäche, Fieber und Ödeme im Gesichtsbereich sowie Muskelschmerzen und –verhärtungen auf. Diese Symptome sind temporär und können bis zu einem Jahr anhalten. Danach verschwinden sie zumeist wieder. Je nach Befallsstärke können Muskelschmerzen und –schwäche bestehen bleiben. Ein tödlicher Verlauf ist bei bereits geschwächten Personen allerdings nicht auszuschließen.

In Deutschland ist die amtliche Trichinenuntersuchung gesetzlich vorgeschrieben. 

Die Untersuchung bzw. gleichwertige Schutzmaßnahmen (Einfrieren von Schweinefleisch zur Abtötung evtl. vorhandener Trichinen) sind in der Gesetzgebung der Europäischen Union (EU) für alle Mitgliedstaaten und für den zwischenstaatlichen Handel von Fleisch grundsätzlich festgeschrieben und gelten auch für aus Drittländern importiertes Fleisch (Verordnung (EG) Nr. 2075/2005). 

Man kann eine Abtötung der Larven mit Kochen erreichen, dabei muss das Fleisch im Kern auf mindestens 65 °C erhitzt werden. 

Nach der Verordnung (EG) Nr. 2075/2005 ist anstelle einer Trichinenuntersuchung von Tierkörpern und Fleisch vom Schwein eine genau vorgeschriebene Gefrierbehandlung erlaubt. 

Vorsicht ist bei Import von Fleisch aus dem Nicht-EU-Ausland geboten, da in manchen Ländern bei Wild, Haus- und Einzelschlachtungen keine obligatorische Fleischbeschau stattfindet. Gegebenenfalls ist eine Beschau durch die Veterinär- und Lebensmittelaufsicht beim Kreis Rendsburg-Eckernförde nachzuholen.

Entnahme von Proben beim Wildschwein zur Untersuchung auf Trichinellose

Es besteht die Möglichkeit für Jagdausübungsberechtigte die Leitet Herunterladen der Datei einProbenentnahme bei Wildschweinen zur Untersuchung auf Trichinen sowie die Kennzeichnung der Tierkörper selbst vorzunehmen. 

Die Übertragung erfolgt unter den folgenden Voraussetzungen:

  • vollständig ausgefüllter Leitet Herunterladen der Datei einAntrag des Jagdausübungsberechtigten 
  • Kopie des Jagdscheines 
  • Schulung des Jagdausübungsberechtigten durch den Empfang des Leitet Herunterladen der Datei einSchulungsblattes
  • Kopie Begehungsschein, Kopie Pachtvertrag Jagdbezirk oder ähnliches


Nach Eingang und Prüfung der Unterlagen wird der Jagdausübungsberechtigte eine schriftliche Genehmigung zur Probenentnahme erteilt. 

Eine vorherige Probenentnahme ohne die Genehmigung ist nicht zulässig!

Die Schulung des Jagdausübungsberechtigten wird durch die Leitet Herunterladen der Datei einEmpfangsbestätigung des Schulungsblattes bestätigt. Die vollständige ausgefüllte und unterschriebene Empfangsbestätigung ist zusammen mit den Antragsunterlagen hier einzureichen. 

Die Wildursprungsscheine (Leitet Herunterladen der Datei einMuster) und die dazugehörigen Wildohrmarken erhalten Sie beim Kreis Rendsburg-Eckernförde, FD 2.4 Veterinär- und Lebensmittelaufsicht, Kaiserstr. 8, 24768 Rendsburg. 

Ausstellung der Genehmigung zur Übertragung der Entnahme von Proben von Wildschweinen zur Untersuchung auf Trichinen: 
einmalig 15,00 €

Gebühr Trichinenuntersuchung:
pro Wildschwein 6,00 €