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Verbreitung

Bei der Verbreitung der Tuberkulose in Deutschland lassen sich als Risikogruppen HIV-Infizierte, Immungeschwächte, alte Menschen und Migranten aus Hochrisikoländern ausmachen.

Übertragung

Die Tuberkulose ist eine durch Bakterien verursachte Erkrankung.

Die Ansteckung erfolgt von Mensch zu Mensch, wenn durch Hustenstoß des Kranken Tuberkulosebakterien nach außen befördert werden und die in geschlossenen Räumen schwebenden Tröpfchenkerne von Gesunden in die tiefen Luftwege eingeatmet werden.

Die Übertragung von Tuberkulosebakterien ist eng an die Häufigkeit von Husten gekoppelt.

Die Ansteckungsquelle für Kinder und Jugendliche sind vor allem Erwachsene mit offener Lungentuberkulose.

Die Ansteckungsfähigkeit besteht, solange Tuberkulosebakterien nachgewiesen werden können. Unter effektiver antituberkulöser Kombinationstherapie klingt die Ansteckungsfähigkeit binnen Wochen rasch ab.

Eine Ansteckung über die Milch z.B.  tuberkulöser Rinder ist heute wegen der Veterinär- und Lebensmittelüberwachung nicht mehr gegeben.

Inkubationszeit

Sie beträgt Wochen, Monate bis Jahre, je nach Ausbildung der Primärtuberkulose bzw. der postprimären Tuberkulose. Eine offene Lungentuberkulose kann bereits nach Wochen bis Monaten auftreten.

Krankheitsbild

Die Erstinfektion der Lunge fällt meist nicht auf, sie kann mit unspezifischen Krankheitszeichen ähnlich einer Grippe verlaufen. Die Erstinfektion ohne Organbefund bzw. Erkrankung nennt man Latente Tuberkulöse Infektion.

Eine Primärtuberkulose bedeutet bereits eine Erkrankung. Die Tuberkulosebakterien können auf verschiedenen Wegen, direkt und auf dem Lymph- und Blutwege,  im Körper streuen, z.B. in Rippenfell, Lunge, Hirnhäute, Knochen, Nieren, Lymphknoten, Haut. Bei der Mehrzahl der Patienten werden die Tuberkulosebakterien verkapselt und können aber später auch reaktiviert werden. Sie können eine postprimäre Lungentuberkulose oder eine andere Organtuberkulose auslösen.

Etwa 10% aller Infizierten entwickeln im Laufe ihres Lebens eine behandlungsbedürftige Tuberkulose, 5% in den ersten 2 Jahren nach Infektion. Je jünger der Patient bei der Erstinfektion ist, umso eher entwickelt sich im Anschluss daran eine behandlungsbedürftige Tuberkulose.

Längere Beeinträchtigung des Allgemeinbefindens mit Temperaturen, Nachtschweiß, Appetitmangel, Gewichtsabnahme und Gedeihstörungen sowie Husten länger als 3 Wochen und blutiger Auswurf bedürfen der Abklärung. 

Diagnose

Neben dem Röntgenbild der Lunge sind die Erregerkulturen aus Sputum, abgesaugtem Bronchialsekret und Magensaft  

entscheidend. Mit der Resistenzprüfung in der Kultur wird das Ansprechen der Erreger auf die Antituberkulotika getestet.

Behandlung

Wer Tuberkulosebakterien ausscheidet, ist stets als erkrankt und somit als behandlungsbedürftig anzusehen.

Es wird eine Therapie in der Initial- und Kontinuitätsphase über mindestens 6 Monate mit einer Kombination mehrerer Antituberkulotika durchgeführt und der Verlauf mindestens 2 ½ Jahre überwacht.

Umgebungsuntersuchungen

Der Erkrankte wird bei offener Lungentuberkulose nach übertragungswürdigen Kontakten zu seiner Umgebung befragt, auch nach einer möglichen Infektionsquelle für ihn selbst. Die ermittelten Kontaktpersonen werden mit einem Tuberkulinhauttest (THT) oder einem Bluttest (Interferon-Gamma-Release-Assay  AGRA) getestet, ob sie sich mit Tuberkulosebakterien auseinandergesetzt haben. Tuberkuloseteste fallen bei Erstinfektion nach 8 Wochen positiv aus. Auch werden Röntgenuntersuchungen der Lunge durchgeführt. 

Chemoprophylaxe/ Chemoprävention

Bei Kontaktpersonen wird die Anzeige einer antituberkulösen Behandlung geprüft, als prophylaktische Behandlung (Chemoprophylaxe) bei Kontakt zu einer ansteckungsfähigen Tuberkulose bzw. als präventive Behandlung (Chemoprävention) bei Latenter Tuberkulöser Infektion.

Gesetzliche Bestimmungen

Nach §§ 6 und 7 des Infektionsschutzgesetzes ist die Erkrankung sowie der Tod an Tuberkulose und Nachweis von Tuberkuloseerregern meldepflichtig, auch der Nachweis von Säurefesten Stäbchen im Sputum.

Nach § 34 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) dürfen Personen, die an Lungentuberkulose erkrankt oder dessen verdächtig sind, Gemeinschaftseinrichtungen nicht besuchen. Dies gilt auch für Personen, in deren Wohngemeinschaft die Erkrankung oder der Verdacht auf Lungentuberkulose aufgetreten ist, wenn sie unter tuberkuloseverdächtigen Krankheitszeichen, insbesondere Husten, leiden.

Eine Wiederaufnahme des Besuches einer Gemeinschaftseinrichtung ist nur nach Rücksprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt zulässig!

 

Tuberkulose ist heutzutage mit Medikamenten heilbar!