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Skabies (Krätze)

Krätze ist eine Erkrankung, die in Notzeiten und in Massenunterkünften besonders verbreitet ist. Die Krankheit befällt jedoch alle Menschen, unabhängig von deren Rasse, Alter, Geschlecht und persönlicher Hygiene. Falls Sie diese Erkrankung gerade haben, befinden Sie sich in der Gesellschaft von ca. 300 Mill. Erdenbürgern.

Erreger

Rasterelektronenmikroskopische Aufnahme einer Krätzmilbe

Krankheitsverursacher ist die Krätzmilbe. Das ausgewachsene Weibchen ist ca. 0,4 mm groß. Es dringt durch die Hautoberfläche ein und arbeitet sich in tiefere Schichten vor. Dort verbleibt es etwa 30 Tage und legt 2-3 Eier pro Tag. Aus den Eiern schlüpfen nach 3-4 Tagen die Larven, die dann innerhalb von 14-17 Tagen an die Hautoberfläche wandern.

Übertragung

Die Krätze wird durch engen körperlichen Kontakt übertragen. Etwa 1/3 der Skabiesinfektionen werden von Kindern im Schulalter in die Familie gebracht. Bei ca. 50% der Patienten mit Krätze finden sich Milben in Schlafzimmerteppichen und Polstermöbeln.

Krankheitszeichen

Besonders auffällig ist ein intensiver, nachts zunehmender Juckreiz. Dieser tritt allerdings bei der ersten Infektion unter Umständen erst nach Wochen auf. Die Hautveränderungen können unterschiedlich sein.

a) Besonders an Finger-, Zehenzwischenräumen, Handgelenken, in Hautfalten, an Brustwarzen, Knieinnenseiten und Penis treten zackig gewundene Milbengänge von einigen Millimeter Länge auf. An einem Ende, dem Sitz der Milbe, ist der Gang etwas erhaben. Bei Säuglingen und Kleinkindern sind häufig auch Fußsohlen, Handinnenflächen, Gesicht und Kopfhaut mitbefallen. Nach ca. 5 Wochen folgt den Milbengängen ein feiner, teils leicht erhabener, teils blasiger Hautausschlag an den Vorder- und Seitenflächen des Rumpfes, sowie an den Beugeseiten der Arme und Oberschenkel. Daneben finden sich zahlreiche Kratzspuren.

b) Bei guter Körperhygiene können die Erscheinungen zwar weniger ausgeprägt, doch ebenso stark juckend vorhanden sein.

c) Bei Kindern kann eine stärker knotige Form auftreten. Dabei sind die Knoten braunrot gefärbt und besonders im Genitoanalbereich, am Stamm, an den Armen und Beinen sowie in den Achseln zu finden. Sie treten bei starkem Kratzen und Reiben auf und ähneln Insektenstichen. Der Juckreiz ist nicht weniger stark und die Knötchen können Monate lang bestehen bleiben. Hier hat die Haut auf den mechanischen Reiz reagiert.

d) Eine besondere Form ohne wesentlichen Juckreiz aber mit sehr starker Borken- und Krustenbildung finden sich bei Patienten mit einer geschwächten Immunabwehr. Neben den geschilderten Formen kommen auch Übertragungen von Tieren mit Krätze auf den Menschen vor, diese heilen jedoch ohne Behandlung ab.

Gefahr

Die aufgekratzten Milbengänge und aufgekratzten Hautstellen können sich mit Bakterien zusätzlich infizieren und damit eine zusätzliche eitrige Hautentzündung hervorrufen.

Therapie

Die Behandlung erfolgt mit Schwefelpräparaten oder Insektiziden. Bitte lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker hierüber beraten. Vorsicht: Handeln Sie nicht nach dem Motto "Viel hilft viel"! Halten Sie sich genau an die ärztlichen Anweisungen oder die Packungsbeilage, um einen optimalen Handlungserfolg zu erzielen.

Vorbeugen

Bei engem Hautkontakt kann evtl. eine Mitbehandlung von Personen sinnvoll sein, auch wenn noch keine Krankheitszeichen bestehen. Desinfektionsmaßnahmen in der Wohnung sind nicht erforderlich. Eine gründliche Reinigung, sowie ein Wäschewechsel, das Kochen der dafür geeigneten Wäsche (auch chemische Reinigung) und das Auslüften der übrigen Wäsche während 5 Tagen sind ausreichend. Ohne Wirtskontakt sterben die Milben in dieser Zeit ab. Kinder , Lehrer und Erzieher, die an Krätze erkrankt sind, dürfen  die Schule oder den Kindergarten nicht betreten, bevor nicht nach dem Urteil des behandelnden Arztes oder des Gesundheitsamtes die Weiterverbreitung der Erkrankung nicht mehr zu befürchten ist.