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Die durch Viren verursachte Infektionskrankheit verläuft in zwei Phasen.

Es treten Fieber, katarrhalische Erscheinungen und rotfleckige Mundschleimhäute, seltener rote Flecken mit weißlichen Zentren (Koplik-Flecken) auf.

Nachfolgend entwickelt sich ein grobfleckig-erhabener, zusammenfließender Hautausschlag, der unter Wiederanstieg des Fiebers hinter den Ohren beginnt und nach 3 Tagen abblasst. Späterhin Schuppung der Haut.

Als Komplikationen können u.a. eine Mittelohrentzündung und eine Lungenentzündung auftreten. Als weitere Komplikationen können eine akute Gehirnentzündung und eine sehr seltene Gehirnentzündung 5-10 Jahren nach Masern, wobei letztere immer zum Tode führt, auftreten. Natürliches Reservoir des Erregers ist der Mensch.

 

Übertragung

Die Übertragung erfolgt durch Tröpfchen also durch Husten, Niesen, Küssen, und indirektem Kontakt über benutztes Geschirr und Besteck.

Inkubationszeit

Die katarrhalischen Erscheinungen beginnen 8 bis 10 Tage, der Hautausschlag beginnt 14 bis 18 Tage nach Ansteckung.

Dauer der Ansteckungsfähigkeit

Die Ansteckungsfähigkeit besteht 5 Tage vor bis 4 Tage nach Auftreten des Hautausschlags und ist vor Auftreten des Hautausschlags am höchsten. Masern sind hochansteckend.

Diagnose

Die Diagnose wird nach dem Krankheitsbild gestellt. Im Zweifelsfall werden

molekularbiologische und serologische Untersuchungen zum Nachweis des Virus und der Antikörper durchgeführt.

Prophylaxe

Gegen Masern wird eine Schutzimpfung als Leistung der Krankenkassen angeboten, die rechtzeitig und vollständig durchgeführt werden sollte. Die erste Impfung wird zwischen dem 11. und 14. Lebensmonat empfohlen, die zweite Impfung im 2. Lebensjahr. Bei Aufnahme in eine Gemeinschaftseinrichtung kann eine Impfung ab dem 9. Lebensmonat erfolgen, die zweite dann zu Anfang des 2. Lebensjahres. Eine Impfung wird für die nach 1970 Geborenen mit unklarem Impfstatus, ohne Impfung oder nur einer Impfung in der Kindheit empfohlen.

Bei exponierten empfänglichen, immungesunden Kontaktpersonen kann der Ausbruch der Wildmasern durch Impfung wirksam unterdrückt werden, wenn diese innerhalb der ersten 3 Tage nach Exposition als postexpositionelle Impfung verabreicht wird. Bei exponierten empfänglichen, immungeschwächten Patienten, chronisch Kranken und gefährdeten Schwangeren ist die Prophylaxe von Masern mit humanem Immunglobulinen innerhalb von 2-3 Tagen nach Kontakt möglich; bis zum 6. Tag ist noch eine Mitigierung der Erkrankung möglich.

Gesetzliche Bestimmungen

Nach § 34 des Infektionsschutzgesetzes -IfSG- dürfen Personen, die an Masern erkrankt sind oder dessen verdächtig, Gemeinschaftseinrichtungen nicht besuchen. Erkrankte sind zu isolieren und nach Abklingen der klinischen Symptome frühestens am 5. Tag nach Auftreten des Hautausschlags in den Gemeinschaftseinrichtungen wieder zugelassen.

Das Besuchsverbot gilt auch für Personen, in deren Wohngemeinschaft die Erkrankung oder der Verdacht auf Masern aufgetreten ist nach § 34 IfSG und für Personen aus der Gemeinschaftseinrichtung nach § 28 Abs.2 IfSG, sofern sie nicht geimpft sind oder die Krankheit nicht durchgemacht haben.

Ungeschützte Kontaktpersonen, die weder geimpft sind noch die Krankheit durchgemacht haben, gelten nach dem Kontakt ab dem 7. Tag als ansteckend und sind für die Dauer der mittleren Inkubationszeit von 14 Tagen vom Besuch der Gemeinschaftseinrichtungen ausgeschlossen.