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Verbreitung

Cholera ist eine bakterielle Infektionskrankheit und kann unter besonders unhygienischen Verhältnissen als Reisekrankheit erworben und eingeschleppt werden. Sie kommt klassischerweise auf dem indischen Subkontinent in den großen Flußdeltas vor. In der Vergangenheit hat sich die Krankheit in Seuchenzügen bis Südostasien, auch auf andere Kontinente ausgebreitet, bis Afrika, zeitweise bis Europa, und bis Mittel- und Südamerika. Natürliches Reservoir für Choleraerreger ist der Mensch. Choleraerreger überdauern in Fluß- und Küstengewässern.

Infektionsweg

Aufnahme fäkal verunreinigten Trinkwassers, fäkal verunreinigten, nicht durchgegarten Lebensmitteln, vor allem Fisch und Schalentiere, weniger Infektionen durch Kontakt mit Cholera-Erkrankten und Ausscheidern

Ansteckungsfähigkeit besteht, solange Cholera-Erreger im Stuhl ausgeschieden werden, etwa 2 bis 3 Wochen.

Inkubationszeit

Die Krankheit beginnt einige Stunden bis 5 Tage nach Ansteckung, selten nach längerer Zeit.

Krankheitsbild

Die Infizierten sind überwiegend symptomlos oder haben einen milden Verlauf ähnlich bei anderen Durchfallerkrankungen. Durch die Eigenschaften der Bakterien kommen nur bei wenigen schwere Krankheitsverläufe mit Reiswasserstühlen/Erbrechen und mit Kreisversagen vor. Schwerste Verläufe führen im Schock binnen Stunden zum Tode. Fieber ist bei Cholera nicht typisch, aber möglich.

Diagnose

Zur Diagnose gehört eine mikrobiologische Stuhluntersuchung mit Nachweis des Erregers und des Toxins, d.h. Giftes.

Behandlung

Eine rasche medizinische Behandlung mit Ausgleich des Flüssigkeits- und Elektrolytverlustes und mit antimikrobiellen Medikamenten ist angezeigt.

Prophylaxe

Schutzimpfungen sind bei Aufenthalten in Infektionsgebieten angezeigt. Sie können von manchen Transit- und Zielländern verlangt werden. Sie sind aber nur gegen den Stamm O 1, aber nicht O 139 wirksam. Reiseschutzimpfungen sind nicht Leistungen von den Krankenkassen.

Isolierung des an Cholera Erkrankten und Krankheitsverdächtigen im Krankenhaus. Kontaktinfektionen mit Cholera- Vibrionen können vor allem durch Händehygiene verhütet werden. Kontaktpersonen sollten nach eventuellen Kontakt mit Stuhl eines Erkrankten oder Ausscheiders, nach jedem Toilettengang und vor der Zubereitung von Mahlzeiten für die Dauer dieses Kontaktes und der eigenen Inkubationszeit sich die Hände gründlich mit 3 ml alkoholischem Händedesinfektionsmittel über ½ min desinfizieren, waschen, mit Papierhandtüchern abtrocknen. Händehygiene gilt auch für die Erkrankten oder Ausscheider.

Es ist eine regelmäßige Desinfektion von Handkontaktflächen, z. B. Gegenständen, Flächen, Sanitäranlagen durchzuführen, die mit infektiösen Ausscheidungen des Erkrankten oder Ausscheiders in Berührung gekommen sein könnten. Leib- und Bettwäsche, Waschlappen und Handtücher im Koch- oder Desinfektionswaschgang. Geschirreinigung mit heißem Wasser, Reinigungsmittel, Abspülen oder Geschirrspülmaschine. Ggf. Tragen von Schutzhandschuhen.

Gesetzliche Bestimmungen

Nach §§ 6 und 7 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) ist der Krankheitsverdacht, die Erkrankung sowie der Tod an Cholera und der Nachweis von Vibrio cholerae O 1und O139 meldepflichtig.

Nach § 34 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) dürfen Personen, die an Cholera erkrankt sind oder dessen verdächtig, oder Keimausscheider sind, Gemeinschaftseinrichtungen nicht besuchen. Dies gilt auch für Personen, in deren Wohngemeinschaft die Erkrankung oder der Verdacht auf Cholera aufgetreten ist.

Eine Wiederaufnahme des Besuches einer Gemeinschaftseinrichtung ist nur mit Zustimmung des Gesundheitsamtes zulässig!

Nach § 42 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) dürfen Personen, die an Cholera erkrankt sind oder dessen verdächtig, oder Keimausscheider sind, mit leichtverderblichen Lebensmitteln, in der Küche und Gemeinschaftsverpflegung nicht beruflich arbeiten.

Vor Aufhebung der Verbote nach §§ 34 und  42 des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) sind mikrobiologische Stuhluntersuchungen notwendig.