Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Historische Gärten und Parks spiegeln genauso wie historische Gebäude den Zeitgeist wieder. In barocken Schlossgärten kommt die Macht der Fürsten zum Ausdruck. In den englischen Landschaftsparks und den Anlagen des Bürgertums ging es zurück zur Natur. In den großen Gartenanlagen korrespondieren die Gärten fast immer mit recht stattlichen Gebäuden.

Durch die Eigendynamik der Natur verändert sich der Charakter der historischen Gärten ohne Pflegearbeiten sehr schnell. Die Gärten brauchen deshalb kontinuierliche Pflege und Unterhaltung, damit die natürliche Dynamik denkmalgerecht gesteuert werden kann. Pflanzengemeinschaften wandeln und entwickeln sich. Damit einhergehend ändern sich die Licht- und Bodenverhältnisse sowie die die räumliche Wirkung der Bepflanzung. Ohne Pflege würde letztlich eine ursprünglich geplante und angelegte Situation bis zur Unkenntlichkeit verändert werden.

 

Alleen

Allee = Weg (dazu gehören mindestens: Weg / Straße, Bankett, Graben, Baumreihen)

Eine Allee ist also beides: Weg und Bepflanzung. Aspekte von Alleen:

 

  • Akzentuierung von Achsen 
  • in Parks und Gärten zur Gliederung 
  • bieten einer Vielzahl von Tieren Lebensraum 
  • Schutz vor Wind und Sonne 
  • Lindenalleen: wohlriechende Blüte 
  • führen oft zu einem Ziel, z. B. auf einen Endbaum, zu einem Obelisken, zu einem Pavillon, zu einer Statue, zu einem Gartenhaus usw. 
  • im Zusammenhang mit Gutsanlagen sind sie unverzichtbares Gestaltungselement, die „Visitenkarte“ des Gutsherren


Baumfällungen in Alleen oder historischen Gärten

Eugen Roth: „Zu fällen einen schönen Baum braucht´s eine Viertelstunde kaum; zu wachsen, bis man ihn bewundert, braucht er, bedenkt es, ein Jahrhundert.“ Je älter die Bäume, desto wertvoller werden sie für Mensch und Natur. Eine alte Linde wertet jeden Dorfanger auf. Specht und Steinkauz akzeptieren Bäume als Lebensraum erst ab einem Alter von mindestens 30 Jahren. Wären Bäume nicht geschützt, würden sie vielfach vorzeitig gefällt oder unnötig zurückgeschnitten und verstümmelt. Genau das soll der Denkmalschutz verhindern.

Baumschäden sind grundsätzlich irreparabel. Durch bestimmte Maßnahmen können jedoch die Auswirkungen, beispielsweise eines Verkehrsunfalles, reduziert werden.

Der Schutz historischer Bäume zielt auf die Erhaltung und damit einhergehend auf die fachgerechte Pflege der Bäume. Von Fachleuten sind zunächst Diagnosen zu stellen und von Fachleuten sollen die festgelegten Arbeiten durchgeführt werden.

Schnittmaßnahmen zur Herstellung der Verkehrssicherheit von denkmalgeschützten Bäumen können sein:

• Erziehungs- und Aufbauschnitt 
• Lichtraumprofilschnitt 
• Totholzbeseitigung 
• Kronenpflegeschnitt (tote und vergreisende Äste entfernen) 
• Kroneneinkürzung 
• Einkürzung von Kronenteilen 
• Kronensicherungsschnitt


Hinweise zur Minimalpflege historischer Gärten

  • Im Spätsommer / im Herbst Mähen der Wiesenflächen 
  • Ausräumen der Grabensysteme 
  • Ablassen von Teichen und Burggräben und Reinigen der Uferränder in regelmäßigen Abständen (ca. alle 4-5 Jahre) 
  • Auslichten der Strauchpartien 
  • Baumpflegemaßnahmen 
  • Entfernen der Wurzelschößlinge an Alleebäumen (am besten Ende Mai abreißen) 
  • Entfernen von Naturverjüngung (unerwünschter Wildwuchs) 
  • Freischneiden und Freihalten von Sichtachsen 
  • Wartung / Reparaturen an Brücken 
  • Wartung / Reparaturen an Ausstattungsobjekten, z. B. Bänke, Lauben, Lampen 
  • Wartung / Reparaturen an Wegen