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Kreishaus in Eckernförde

Ein Baudenkmal sollte entsprechend seiner Geschichte als Geschichtsquelle und als Zeitzeugnis erhalten und bei Bedarf instandgesetzt werden.

Mangelnde Pflege- und Erhaltungsmaßnahmen, unsachgemäßer Umgang, Grundstücksspekulation oder das Desinteresse eines Eigentümers können die Kulturdenkmale existenziell gefährden. Kurzfristige Moden oder ungeeignete Nutzungen können wichtige Elemente und Teile eines Baudenkmals für immer auslöschen.

Grundüberlegung: Was unterscheidet ein Baudenkmal von einem sonstigen Altbau?

Baudenkmale „leben“ von historischen Details. Mit jedem Detail, das verschwindet – und das können eben gerade Kleinigkeiten sein – verringert sich der Denkmalwert. „Aus Alt mach Neu, aber im alten Look“. Das könnte die Devise für die Sanierung eines beliebigen Altbaues sein, nicht jedoch für Maßnahmen an denkmalgeschützten Baudenkmalen.

Modernisierungen an einem Baudenkmal sollen nicht beliebig durchgeführt werden. Lösungen „a` la Baumarkt“ sind so gut wie immer nicht denkmalgerecht.

Die Reparatur und die schonende Instandsetzung des Originals sind das Thema von Denkmalschutz und –pflege, natürlich nur, soweit das möglich und wirtschaftlich vertretbar ist. Reparaturarbeiten sollen prinzipiell in weitgehend bauzeitlich orientierter handwerklicher Technik und mit dementsprechenden Materialien durchgeführt werden. Wenn es denkmalgerecht ist, können selbstverständlich auch moderne Techniken und moderne Materialien zum Einsatz kommen. Spezielle Restaurierungsmaterialien sind zum Teil nur über Fachfirmen zu beziehen, während andererseits inzwischen auch einige Baumärkte z. B. geeigneten Mörtel oder geeignete Farben anbieten. Die Untere Denkmalschutzbehörde gibt hierzu gerne konkrete Hinweise, so dass niemand lange suchen muss.

Baudenkmale sind Geschichtszeugnisse und das sollen sie auch noch nach der Sanierung oder Instandsetzung sein. So sollten Umbauspuren verschiedenster Phasen ablesbar sein und das Kulturdenkmal sollte weiterhin Informationen bieten zu historischen Materialien und historischen Handwerkstechniken.

Wie sieht eine substanzschonende und kostenreduzierte Vorgehensweise typischerweise aus?

  • Veränderungen des Grundrissgefüges nur soweit unbedingt erforderlich
  • vorhandene statische Systeme und bauphysikalische Gegebenheiten werden respektiert
  • nicht das technisch Mögliche, sondern nur das technisch Notwendige zum Einsatz bringen
  • reversible Systeme soweit möglich
  • Wiederverwendung von Baumaterial in möglichst hohem Umfang
  • wenige und auf den historischen Bestand abgestimmte Materialien
  • der Grundsatz soll immer lauten: Reparatur steht vor Ersatz!

Das Baudenkmal soll bezahlbar sein. Niemand wird verpflichtet z. B. in einem Museum zu leben, zu frieren und / oder extrem hohe Energiekosten zahlen zu müssen. Wärmedämmmaßnahmen an den Außenwänden oder z. B. energetische Ertüchtigungen vorhandener Holzfenster sind deshalb typische Maßnahmen, die denkmalrechtlich genehmigt werden. Die Untere Denkmalschutzbehörde kann an vielen Beispielen aufzeigen, dass modernes Leben in einem alten Haus nicht nur möglich, sondern sehr angenehm sein kann.