Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Landrat des Kreises Eckernförde von Januar bis Oktober 1946

Wilhelm Stöcken arbeitete als Zimmermann und Steinfischer in Eckernförde. Bereits ab 1918 engagierte er sich politisch und war bis 1933 Mitglied der Stadtverordnetenversammlung und Kreistagsabgeordneter der SPD. Zudem gehörte er mehr als zehn Jahre dem Vorstand der Eckernförder Fischer-Genossenschaft an. Mit Beginn der nationalsozialistischen Herrschaft musste Stöcken jedoch sämtliche Ämter niederlegen. Die „Verordnung des Reichspräsidenten zum Schutz von Volk und Staat“ (auch als Reichstagsbrandverordnung bezeichnet) lieferte die juristische Grundlage für die Drangsalierung und Beschneidung persönlicher Rechte von Regimegegnern.

Auch beruflich wurde Stöcken nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten immer stärker eingeschränkt. Öffentliche Aufträge der Stadt und des Kreises wurden an andere Steinfischer vergeben. Der Eckernförder Landrat Dr. Walter Alnor drohte Stöcken sogar mit „Schutzhaft“. Ab 1941 erhielt er keine Kraftstoffe mehr und war gezwungen, seinen Betrieb einzustellen. 

Der sozialdemokratischen Partei blieb Stöcken weiterhin treu und organisierte heimliche Treffen der SPD-Spitze in seinem Haus. Eine Annäherung an die NSDAP oder eine ihrer Organisationen lässt sich nicht feststellen. Nach dem Krieg wurde Wilhelm Stöcken im Januar 1946 zum Landrat des Kreises Eckernförde ernannt und übte dieses Amt bis Oktober desselben Jahres aus. Auch als Kreistagsabgeordneter und Stadtverordneter der SPD wurde er erneut aktiv. 


Das Gutachten stellt fest, dass es sich bei Wilhelm Stöcken um einen Widerständler handelte, der niemals die Nähe zur NSDAP oder einer ihrer Organisationen gesucht hat.