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Landrat des Kreises Rendsburg von April 1933 bis August 1938

Nach der Absetzung von Theodor Steltzer wurde der Rechtsanwalt und Notar Wilhelm Hamkens als Rendsburger Landrat eingesetzt. In seiner Funktion als NSDAP-Kreisleiters unterstanden ihm zu diesem Zeitpunkt bereits sämtliche „Politischen Leiter“ des Kreises. Unterstützt von zahlreichen Mitarbeitern war Hamkens somit faktisch Koordinator der parteipolitischen Aktivitäten im gesamten Kreis. So ersetzte der neue Landrat bereits in den ersten Wochen seiner Amtszeit 35 Gemeindevorsteher durch Parteifreunde und sogenannte Alte Kämpfer der NSDAP. Reichlich Gebrauch machte Hamkens zudem von der Möglichkeit, politische Gegner in „Schutzhaft“ zu nehmen, Häuser und Büros zu durchsuchen und dabei „staatsfeindliches“ Material zu beschlagnahmen. Gegen den Terror von SA und SS erhob er nur selten Einspruch.

Seine Karriere in Partei und Verwaltung verdankte Hamkens größtenteils der Fürsprache des Gauleiters Hinrich Lohse. Die beiden Männer verband eine enge Freundschaft und die Begeisterung für die Jagd. 

Im März 1938 wurde Hamkens zum Regierungspräsidenten ernannt, obwohl er  kaum Erfahrung in der kommunalen Verwaltung besaß. In diesem Amt trug er die Verantwortung für die Novemberpogrome gegen die jüdische Bevölkerung. Auch über die in der Folge anlaufenden Deportationen aus Schleswig-Holstein wird er unterrichtet gewesen sein.

Nach Auseinandersetzungen mit Gauleiter Hinrich Lohse wurde Wilhelm Hamkens 1944 auf eigenen Wunsch in den Ruhestand versetzt.


Das Gutachten stellt fest, dass es sich bei Wilhelm Hamkens um einen überzeugten Nationalsozialisten handelte, der alles tat, um der NS-Ideologie zum Durchbruch zu verhelfen.