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Landrat des Kreises Eckernförde von Januar bis Mai 1945

Der berufliche Aufstieg Walter Mentzels in den 1930er-Jahren ist vor allem auf seine guten Kontakte innerhalb der Kieler NSDAP zurückzuführen. Als Rechtsanwalt und SA-Führer beriet er hochrangige Parteimitglieder und half bei der Durchsetzung ihrer Ziele. Seine Wahl zum Kieler Bürgermeister im Jahr 1933 verdankte er diesen Beziehungen, insbesondere jenen zum Oberbürgermeister Walter Behrens. 

Ende 1941 wurde Mentzel in die Zivilverwaltung der besetzten Ostgebiete abberufen. Das sogenannte Reichskommissariat Ostland umfasste das Baltikum und weite Teile des heutigen Weißrusslands. Mehr als ein Viertel der dortigen Gebietskommissare stammten wie Mentzel aus dem unmittelbaren Umfeld von Gauleiter und „Reichskommissar“ Hinrich Lohse. Mentzel war in Estland als Stadtkommissar von Reval-Stadt zuständig für die Versorgung der Truppen mit einheimischen Erzeugnissen, Organisation jüdischer Gettos sowie für die Erfassung, Enteignung und Kennzeichnung der jüdischen Bevölkerung. Er setzte damit die Vorgaben des Reichskommissars oder des Generalkommissars von Estland in die Praxis um. Im Jahr 1943 avancierte Mentzel zum Leiter der Hauptabteilung II im Generalkommissariat Estland.

Anfang 1945 kehrte der studierte Jurist nach Schleswig-Holstein zurück und wurde als Landrat des Kreises Eckernförde eingesetzt. Da der Eckernförder Bürgermeister Heinz Loewer als zu zögerlich angesehen wurde, sollte Mentzel die Verwaltung von Stadt und Kreis im nationalsozialistischen Sinne gewährleisten.  


Das Gutachten stellt fest, dass Walter Mentzel als überzeugter Nationalsozialist massiv am Durchbruch der Partei in Schleswig-Holstein mitgearbeitet hat. Inwieweit er selbst an der Konzeption und Umsetzung von Verbrechen beteiligt war, geht aus den Quellen nicht hervor.