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Landrat des Kreises Rendsburg von September 1920 bis April 1933

Nach dem Ende seiner militärischen Karriere wechselte Theodor Steltzer in die preußische Verwaltung. Er wurde ohne juristische oder verwaltungsfachliche Vorkenntnisse im September 1920 als kommissarischer Landrat des Kreises Rendsburg eingesetzt und im Folgejahr offiziell ernannt.

Nach mehr als zwölfjähriger Amtszeit wurde Steltzer nach Hitlers „Machtergreifung“ aufgrund des „Gesetzes zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums“ in den Wartestand versetzt. Wie er verloren 238 der 338 preußischen Landräte in den Jahren 1933 und 1934 ihr Amt. Sein Nachfolger, der NSDAP-Kreisleiter Wilhelm Hamkens, warf Steltzer finanzielle Ungereimtheiten und sogar Hochverrat vor. Der Aufsehen erregende Prozess endete schließlich mit der Einstellung des Verfahrens.   

Während des Zweiten Weltkriegs fungierte Steltzer als Transportoffizier der Wehrmacht in Norwegen. Von dort aus unterhielt er Kontakte zur Widerstandsgruppe „Kreisauer Kreis“ und organisierte unter anderem die Flucht norwegischer Juden ins neutrale Schweden. Im August 1944 wurde Steltzer verhaftet und in zum Tode verurteilt. Durch das Eingreifen skandinavischer Freunde konnte die Vollstreckung des Urteils verhindert werden. Nach Kriegsende kehrte Steltzer in die Heimat zurück und übernahm am 1. Oktober 1945 erneut das Amt des Rendsburger Landrats. Durch die britische Militärregierung wurde er noch im selben Jahr zum Oberpräsidenten ernannt und nach der Gründung des Landes Schleswig-Holstein am 3. August 1946 als dessen erster Ministerpräsident eingesetzt.


Das Gutachten stellt fest, dass es sich bei Theodor Steltzer um einen Widerständler handelte. Zwar kämpfte er nicht aktiv gegen das Nazi-Regime, setzte sich aber für eine christlich-soziale Nachkriegsordnung und ein friedliches europäisches Miteinander ein.