Zur Navigation springen Zum Inhalt springen

Landrat des Kreises Eckernförde von März 1943 bis Dezember 1944

Der Jurist Peter Matthiessen war ab 1934 als Parteirichter am Kreisgericht der NSDAP in Eckernförde tätig. Im Zweiten Weltkrieg nahm er am Frankreichfeldzug teil und wurde anschließend Rekrutenausbilder in Oberschlesien. 

Im Oktober 1941 wurde der Regierungsrat Matthiessen der deutschen Zivilverwaltung in den besetzten Ostgebieten zugeteilt. Der schleswig-holsteinische Gauleiter Hinrich Lohse war zugleich „Reichskommissar für das Ostland“ und besetzte die Stellen dort bevorzugt mit Verwaltungsfachkräften aus seiner Heimatprovinz. Als persönlicher Referent arbeitete Matthiessen zunächst unter Theodor Fründt in der Hauptabteilung II. Diese Abteilung war unter anderem für die Gettoisierung und Kennzeichnung der Juden sowie die Beschlagnahmung jüdischen Eigentums zuständig. Anschließend wurde er von Lohse zum Beauftragten für die Stadt Libau (lettisch: Liepāja) ernannt und hatte dieses Amt bis Januar 1943 inne. Im März desselben Jahres wurde Matthiessen zum stellvertretenden Landrat des Kreises Eckernförde berufen und am 1. März 1944 offiziell ernannt.

In Eckernförde kümmerte Matthiessen sich in erster Linie um die wachsenden Probleme, die der Krieg mit sich brachte, beispielsweise die Unterbringung Bombengeschädigter aus Hamburg. Noch vor seiner Bestallung zum Landrat kehrte er aber im Januar 1944 zur Wehrmacht zurück und wurde in Eckernförde durch Hans Kolbe vertreten. Als Offizier der Propagandakompagnie war Matthiessen dann für die Beeinflussung der eigenen Truppe und die psychologische Kriegsführung zuständig. Am 9. Mai 1945 geriet er in Böhmen in russische Kriegsgefangenschaft, aus der er 1953 entlassen wurde.