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Stellvertretender Landrat des Kreises Eckernförde von Juli 1941 bis Februar 1943 sowie von Januar 1944 bis Januar 1945

Im Unterschied zu den meisten anderen Landräten absolvierte Hans Kolbe keine juristische Ausbildung. Bereits im Jahr 1900 trat er vielmehr in die Kaiserliche Marine ein und stieg dort bis zum Befehlshaber der Aufklärungsstreitkräfte auf. Mit seiner Ernennung zum Vizeadmiral wurde er 1934 entlassen. Noch im selben Jahr schlug ihn der schleswig-holsteinische Gauleiter Hinrich Lohse zum kommissarischen Landrat des Kreises Schleswig vor. In dieser Funktion bewährte Kolbe sich so gut, dass er 1936 nominell zum Landrat ernannt wurde. 

In seiner Amtsführung setzte Kolbe auf Ordnung, Disziplin und Regierungsloyalität. Engagiert und angepasst trat er als Landrat verschiedenen nationalsozialistischen Verbänden und Organisationen bei und ließ seinen Sohn in der „Nationalsozialistischen Erziehungsanstalt“ (NAPOLA) in Plön unterrichten. 

Während des Zweiten Weltkriegs erhielt Kolbe neben der Leitung seines eigenen Kreises zeitweise auch die Verantwortung für den Kreis Eckernförde. Dort vertrat er den in die Ostgebiete versetzten Walter Alnor und später den an der Ostfront tätigen Peter Matthiessen.

Die Vorgaben der nationalsozialistischen Regierung setzte Kolbe pflichtgemäß um. Er billigte Schikanen gegen jüdische Mitbürger und ließ politische Gegner bzw. „Unruhestifer“ zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Ordnung in Haft nehmen. Maßnahmen gegen ausländische Zivil- und Zwangsarbeiter führte er ebenfalls rigide durch. 


Das Gutachten stellt fest, dass Hans Kolbe in hohem Maße in nationalsozialistische Verbrechen und Gewaltmaßnahmen verstrickt war. Zwar war er kein überzeugter Nationalsozialist der ersten Stunde, doch setzte er Befehle widerstandslos und pflichtgetreu um.