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Doppelausstellung "Gehorsam und Widerstand" sowie "Zwangsarbeit und Kriegsgefangenschaft"

 

Gehorsam und Widerstand.
Landräte der Altkreise Rendsburg, Eckernförde und Bordesholm im Nationalsozialismus

Die Wanderausstellung will zu einer Auseinandersetzung mit diesem wenig bekannten Aspekt der Geschichte unserer Region anregen. Damit erinnert der Kreis Rendsburg-Eckernförde an das Verhalten seiner Landräte in der Zeit des Nationalsozialismus. Zehn ausgewählte Biografien zeigen, dass es Mittäter gab, aber auch Mutige, die sich nicht zum Werkzeug des Unrechtstaates machen ließen.

Die Ausstellung „Gehorsam und Widerstand. Landräte der Altkreise Rendsburg, Eckernförde und Bordesholm im Nationalsozialismus“ wird am

14. September 2018 um 15:00 Uhr in der VHS Rendsburg

eröffnet und kann dort bis zum 18. Oktober besucht werden.

Der Eintritt ist frei.

Auf zwölf Schautafeln werden zehn Personen vorgestellt, die während des Nationalsozialismus oder in der Zeit davor und danach das Landratsamt bekleideten. Ihre Biografien sollen exemplarisch die Arbeit, Haltung und Handlungsspielräume der Landräte verdeutlichen. Reproduktionen von Originalen zeigen die Vielfalt der Beziehungen der Landräte zur herrschenden Partei auf. So belegt ein Befehl des preußischen Innenministers vom April 1933 die systematische Entlassung von Landräten  nach der Machtübernahme Adolf Hitlers. Auch die umfangreichen Befugnisse des Landrats lassen sich anhand der historischen Dokumente nachvollziehen. Ihm unterstand beispielsweise die Polizei, sodass er mit dem in der NS-Zeit neu geschaffenen Instrument der „Schutzhaft“ Inhaftierungen ohne gerichtliche Kontrolle anordnen konnte. Ab 1933 überwachte und koordinierte der Landrat den „Arbeitseinsatz“ ausländischer Zwangsarbeiter und Kriegsgefangener. 

Zur Vertiefung kann das wissenschaftliche Gutachten mit allen 20 untersuchten Biografien der Landräte auf den Internetseiten des Kreises Rendsburg-Eckernförde eingesehen werden. 

www.kreis-rd.de/gehorsam-und-widerstand 


Zwangsarbeit und Kriegsgefangenschaft im Amt Bordesholm 1939-1945

Zeitgleich wird in dieser Ausstellung an ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte zwischen 1939 bis 1945 erinnert. In dieser Zeit lebten über 1000 Zwangsarbeiter und Kriegsgefangene im Amt Bordesholm. Die Ausstellung beleuchtet ihr Leben, nennt die damaligen Lager, Arbeitsstätten und Arbeitgeber. Dokumente, Fotografien und Aufzeichnungen geben Einblick in das schwierige Leben und Überleben von Menschen, die teils als 15-, 16-Jährige zum Arbeitseinsatz nach Deutschland verschleppt wurden. 

Die zur Ausstellung passende Dokumentation entstand in Zusammenarbeit mit dem Verein „Gegen Vergessen – Für Demokratie“, Regionale Arbeitsgruppe Schleswig-Holstein.

Über drei Jahre haben die Mitglieder des von Ronald Büssow moderierten Arbeitskreises zusammen mit Zeitzeugen, Mitarbeitern der Verwaltung, Bürgermeistern der Gemeinden, den Mitgliedern des Amtsausschusses, Lehrern und Bürgern eine herausragende ehrenamtliche Arbeit geleistet, die am 01.12.2016 mit der Ergebnispräsentation zunächst ihren Abschluss fand. 

In 2017 wurde die Ausstellung (Umfang 25 Schautafeln) in der Bordesholmer Hans-Brüggemann-Schule präsentiert. Die Schüler und Schülerinnen behandelten das Thema auf der Basis der vorgelegten Dokumentation in Ihrem Unterricht.