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Vorlage - VO/2019/922  

Betreff: Benchmarking Jugendhilfe der Kreise in Schleswig-Holstein
Kennzahlenvergleich 2018 - Ergebnisjahr 2017
Status:öffentlichVorlage-Art:Mitteilungsvorlage
Ansprechpartner:Voerste, Thomas
Federführend:FB 3 Jugend und Familie Bearbeiter/-in: Krause, Heike
Beratungsfolge:
Jugendhilfeausschuss Kenntnisnahme
22.05.2019 
Sitzung des Jugendhilfeausschusses zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Finanzielle Auswirkungen
Anlage/n

ALLRIS® Office Integration 3.9.2

 

Sachverhalt:

Auf Grund von Anfragen von Ausschussmitgliedern wurde das Thema nochmals auf die TO gesetzt.

Den Benchmarkbericht entnehmen Sie bitte aus den Unterlagen der Sitzung vom 13.02.2019.

 

Steuerungsrelevante Erkenntnisse des Con_Sens Benchmarkberichts für das Ergebnisjahr 2017

 

Im Folgenden werden wesentliche steuerungsrelevante Erkenntnisse aus dem Con_Sens Benchmarkbericht für das Ergebnisjahr 2017 dargestellt. Um die Vergleichbarkeit mit der Situation im Kreis Rendsburg-Eckernförde zu erhöhen, werden die Werte für unseren Kreis den Werten der Benchmarkkreise Ostholstein, Schleswig-Flensburg, Stormarn und Segeberg sowie dem Durchschnittswert aller Kreise in Tabellenform gegenüber gestellt.

 

Allgemein

Die Falldichte der HzE-Fälle je 100 Einwohner unter 21 Jahren im Kreis Rendsburg-Eckernförde liegt ohne die kostenerstattungspflichtigen Hilfen nach § 33 SGB VIII (Pflegefamilien) leicht unterhalb des Durchschnitts im Benchmark.

 

 

Dichte HzE je 100 Einwohner unter 21 Jahre ohne kostenerstattungspflichtige Hilfen nach §  33 SGB VIII (KeZa 100.1)

Rendsburg-Eckernförde

2,33

Ostholstein

1,74

Schleswig-Flensburg

2,71

Stormarn

1,66

Segeberg

3,13

Mittelwert aller Kreise

2,36

 

Stationär

Die Falldichte aller stationären HzE je 100 Einwohner unter 21  Jahre liegt im Durchschnitt des Benchmarks. Die Falldichte der stationären HzE ohne die kostenerstattungspflichtigen Hilfen nach § 33 SGB VIII (Pflegefamilien) liegt oberhalb des Durchschnitts des Benchmarks.

 

 

Falldichte stationär je 100 Einwohner unter 21 Jahre (KeZa 116)

Falldichte stationär je 100 Einwohner unter 21 Jahre ohne kostenerstattungspflichtige Hilfen nach §  33 SGB VIII (KeZa 116.1)

Rendsburg-Eckernförde

1,18

0,99

Ostholstein

1,09

0,85

Schleswig-Flensburg

1,25

0,89

Stormarn

0,75

0,64

Segeberg

1,14

0,90

Mittelwert aller Kreise

1,17

0,95

 

Der Anteil von HzE in Pflegefamilien (§ 33) an allen stationären HzE ist im Vergleich zu den anderen Kreisen niedrig, der Anteil der Unterbringungen in stationären Jugendhilfeeinrichtungen vergleichsweise hoch ausgeprägt.

 

 

Anteil Pflegefamilie an allen stationären Hilfen in %

Anteil Heimerziehung an allen stationären in %

Rendsburg-Eckernförde

34,1

50,2

Ostholstein

43

42

Schleswig-Flensburg

53,6

33,8

Stormarn

23,5

62,4

Segeberg

43,4

45

Mittelwert aller Kreise

42,9

43,4

 

 

Ambulant

Die Dichte der ambulanten HzE je 100 Einwohner unter 21 Jahre bleibt am Stichtag 31.12.17 (KeZa 110) stabil unterhalb des Mittelwertes des Benchmarks. In der Jahressumme (KeZa 111, Stichtagszahl zzgl im laufenden Jahr beendete Fälle) ist jedoch ein Anstieg zu verzeichnen. Dieser Wert liegt inzwischen oberhalb des Mittelwertes im Benchmark. Der Anstieg könnte vor allem auf kurzzeitig laufende Maßnahmen mit Klärungsaufträgen zurückzuführen sein, die wegen ihrer kurzen Laufzeit innerhalb eines Jahres beginnen und enden und daher im  Wesentlichen nur über die Jahressumme erfasst werden können.

 

 

 

Dichte ambulante Hilfen Stichtag 31.12.17 je 100 Einwohner unter 21 Jahre (KeZa 110)

Dichte ambulante Hilfen je 100 Einwohner unter 21 Jahre Jahressumme (KeZa 111)

Rendsburg-Eckernförde

1,18

2,20

Ostholstein

0,92

1,34

Schleswig-Flensburg

1,75

2,42

Stormarn

1,10

1,63

Segeberg

2,01

3,01

Mittelwert aller Kreise

1,37

2,15

 

 

 

 

Fazit

Insgesamt bewegt sich das Fallaufkommen im Kreis Rendsburg-Eckernförde in einem Bereich unterhalb des Mittelwertes im Benchmarkvergleich. Im Bereich der ambulanten Hilfen wird der Mittelwert zum Stichtag 31.12. unterschritten, bei der Jahressumme wiederum leicht überschritten. Ob dieser Anstieg auf kurzzeitig laufende Maßnahmen mit Klärungsaufträgen zurückzuführen ist, muss weiter beobachtet werden, um gegebenenfalls weiter steuernd einzugreifen.

 

Der Bericht weist auf einen im Vergleich zu den anderen Kreisen hohen Anteil an stationären Hilfen und innerhalb dieser Hilfeformen auf eine vergleichsweise starke Nutzung der kostenintensiven Heimerziehung hin. Die im Benchmarkbericht dargestellten Trends haben sich für den Kreis Rendsburg-Eckernförde auch in 2018 bestätigt.  Es ergeben sich folgende Handlungsfelder:

 

  • Die Falldichte der stationären HzE ohne die kostenerstattungspflichtigen    Hilfen nach § 33 SGB VIII (Pflegefamilien) muss insgesamt gesenkt werden
  • Der Anteil von Hilfen zur Erziehung in Pflegefamilien (§ 33) an allen stationären Hilfen muss erhöht, der Anteil der Unterbringungen in stationären Jugendhilfeeinrichtungen muss gesenkt werden
  • Der Aufwand für Hilfen zur Erziehung je  Einwohner unter 21 Jahren muss gesenkt werden

 

Um dies zu erreichen sollen folgende Ziele erreicht werden

 

  • Die Unterbringungsmöglichkeiten von Kindern in Pflegefamilien als wirtschaftlich und fachlich geeignete Hilfeform werden ausgebaut. Angestrebt wird eine Erhöhung der Fallzahl von 305 (2018) auf 315 in 2019.
  • Angebote zur Verselbständigung älterer Jugendlicher aus der Heimerziehung werden ausgebaut. In 2019 wird eine durchschnittliche Fallzahl von 12 Minderjährigen angestrebt.
  • Die Fallzahl von stationären Hilfen nach § 34 SGB VIII für Minderjährige sinkt von 212 (2018) in 2019 auf 193
  • Die Standards für die Hilfeplanung im Vorfeld einer stationären Hilfe zur Erzie-hung werden überprüft, die Rückführung in die Familie oder die Verselbständigung werden als institutionelle Ziele der Hilfe stärker betont.

 

 

 

Thomas Voerste

 

 


 

 

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