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Gewalt gegen Frauen und Mädchen stellt nach wie vor ein entscheidendes Hindernis für die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben dar. Rund 25 Prozent der weiblichen Bevölkerung im Alter von 16 bis 85 Jahren haben mindestens einmal in ihrem Leben körperliche und/oder sexuelle Gewalt durch Personen im persönlichen Umfeld erlebt. Frauen sind demnach von häuslicher Gewalt mehr bedroht als durch andere Gewaltdelikte wie Körperverletzung, Wohnungseinbruch oder Raub. Zu den Risikofaktoren gehören neben Trennung oder Trennungsabsicht auch bereits erlebte Gewalt in der Kindheit und Jugend. 

Alle Formen der Gewaltausübung haben weitreichende Auswirkungen auf die betroffenen Frauen, beispielsweise auf ihre Arbeits- und Leistungsfähigkeit und ihre Gesundheit. Die Auswirkungen häuslicher Gewalt sind insbesondere auch für die im Haushalt lebenden Kinder und Jugendlichen, Jungen wie Mädchen, äußerst negativ. 

Um häuslicher Gewalt effektiv entgegenzutreten wurde das "Koordinations- und Interventionskonzept für Schleswig-Holstein" (KIK) ins Leben gerufen. Es hat zum Ziel, eine enge und abgestimmte Zusammenarbeit aller Verantwortlichen in staatlichen und nicht-staatlichen Institutionen (Polizei, Staatsanwaltschaft, Fachberatungsstellen, Frauenhäuser, Gleichstellungsbeauftragte usw.) zu gewährleisten. Im Kreis Rendsburg-Eckernförde wird KIK durch die Frauenfachberatungsstelle !Via koordiniert.


Schutz vor Gewalt

Frauenhaus Rendsburg gGmbH 

Postfach 535
24753 Rendsburg
Tel.: (04331) 22 7 26 | M 0173 91 38 695
Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.frauenhaus-rendsburg.de


!Via Beratung und Treff für Mädchen und Frauen

Langebrückstraße 8
24340 Eckernförde
Tel.: (04351) 3570
Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.viaeckernfoerde.de

Koordinations- und Interventionskonzept für Schleswig-Holstein (KIK)

Öffnet ein Fenster zum Versenden der E-MailKIK_Rendsburg-Eckernfoerd[at]gmx.de


Weißer Ring e.V. 
Landesbüro SH
Wallstr. 36
24768 Rendsburg
Tel.: (04331) 4349909 


Kostenfreies Hilfetelefon Gewalt gegen Frauen (auch mehrsprachig):

08000 116 016.  

 

Internationaler Tag gegen Gewalt an Frauen

Rede vor dem Kreistag am 23.11. zum UNO-Gedenktag

„Häusliche und sexualisierte Gewalt gegen Frauen ist Ausdruck eines ungleichen  Machtverhältnisses zwischen Männern und Frauen, sowohl hier in Deutschland, aber noch verstärkt in den patriarchal geprägten Gesellschaften im arabischen Raum und in Afrika. Im Krieg wird sexualisierte Gewalt als Mittel der Kriegsführung eingesetzt, um die besiegte Gruppe zu demütigen, beispielsweise in Form von Massenvergewaltigungen. Gerade in Krisenzeiten kommt es verstärkt dazu, das Frauen und Mädchen zwangsverheiratet oder zur Prostitution gezwungen werden. 

Die Flucht vor geschlechtsspezifischer Verfolgung und Gewalt im Herkunftsland begründet einen Flüchtlingsstatus und somit Anspruch auf Schutz in Deutschland. Häufig zieht sich Gewalt durch mehrere Phasen des Lebens der Betroffenen, 

  • beginnend in ihren Herkunftsländern, 
  • auf der Flucht 
  • und manchmal auch an den Orten, wo die Flucht endet.

Denn auch  in Flüchtlingsunterkünften in Deutschland laufen Menschen Gefahr, sexualisierte oder häusliche Gewalt durch Partner, Bewohner oder das Personal zu erleben. 

Dies trifft insbesondere vulnerable Flüchtlingsgruppen wie Frauen und Mädchen, die circa ein Drittel der Antragsteller_innen  ausmachen, aber auch Homosexuelle, Trans*- und Intersexuelle-Menschen . 

Durch die EU-Aufnahmerichtlinie  müssen  u.a.  der Schutz  und die  Berücksichtigung  der  besonderen  Bedarfe  von  Frauen  und  Kindern bei der Unterbringung sichergestellt  werden. Diese Menschen benötigen hier in Deutschland einen Schutzraum, benötigen fachliche Hilfe und vorurteilsfreie Unterstützung.

Aber auch in Europa, in Deutschland, in Schleswig-Holstein ist häusliche Gewalt immernoch virulent: Die Untersuchung der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte hat im letzten Jahr ihren erschreckenden Befund veröffentlicht:  Von den in allen 28 Mitgliedsstaaten befragten 42 000 Frauen 

zwischen 18 und 74 Jahren gaben 22 Prozent an, 

körperliche und/oder sexuelle Gewalt durch den eigenen Partner erfahren zu haben. 

Im Jahr 2014 gab es in Schleswig-Holstein über 2.000 polizeiliche Einsätze bei häuslicher Gewalt, bei denen über 400 Täter der gemeinsamen Wohnung verwiesen wurden.  Knapp 1.200 Frauen flohen mit ihren Kindern in ein Frauenhaus. 

Darüber hinaus kontaktierten rund 11.000 Frauen die vom Land geförderten 23 Frauenberatungsstellen; Dies unterstreicht die Notwendigkeit der Hilfsangebote für Frauen.

Ziel des Internationalen Tages gegen Gewalt an Frauen am 25.11. ist es daher, weltweit auf die Situation von Frauen und Mädchen hinzuweisen, für die Problematik zu sensibilisieren und ein gleichberechtigtes, selbstbestimmtes und freies Leben von Mädchen und Frauen einzufordern.

Auch im Kreis Rendsburg-Eckernförde können wir ein klares Zeichen setzten und signalisieren, das wir uns zur 

  • Gleichberechtigung, 
  • Antidiskriminierung und 
  • dem Gewaltschutz

bekennen. 

 

 

Frauen auf der Flucht

Weltweit sind mehr als 45 Millionen Menschen auf der Flucht, 80 – 90 % von ihnen sind Frauen und Kinder. Doch nur die wenigsten von ihnen schaffen den langen Weg nach Europa. Frauen und Männer flüchten wegen Verfolgung aus politischen, ethnischen oder religiösen Gründen, wegen Armut, Hunger, Krieg und Folter. Frauen sind jedoch weiteren spezifischen Menschenrechtsverletzungen und Gewalterfahrungen ausgesetzt. Sie sind betroffen vom Kriegsmittel der angeordneten Massenvergewaltigungen, Genitalverstümmelung, Zwangsverheiratung und Zwangsprostitution, um nur einige zu nennen. 


In Deutschland werden die Flüchtlinge zunächst in den Landesaufnahmestellen untergebracht und dann nach einem festen Schlüssel auf die Kommunen verteilt. Mancherorts werden Flüchtlinge in Wohnungen bzw. in Wohncontainern untergebracht, anderenorts sogar in Zelten. Diese Situation ist besonders für Mädchen und Frauen, die sexueller Gewalt ausgesetzt waren und teilweise sind, unhaltbar. Sie benötigen einen angemessenen und geschützten Wohnraum, weibliche Ansprechpartnerinnen und weibliche Dolmetscher sowie geschlechtergetrennte Sanitäranlagen. Auch die gesundheitliche Versorgung, insbesondere von Schwangeren und Müttern, muß gewährleistet sein.