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Die Frauenerwerbstätigkeit steigt kontinuierlich und die  Arbeitszeiten von Männern und Frauen gleichen sich an. Teilzeit bleibt jedoch ein Frauenphänomen: fast jede zweite Frau ist nicht voll beschäftigt. 

Insbesondere Mütter nutzen flexible Arbeitszeitmodelle. Sie steigen heute im Schnitt früher wieder ein und arbeiten länger als noch vor 10 Jahren. Gründe sind u.a.: der Ausbau der Kinderbetreuungsangebote, der Rechtsanspruch auf einen Kita-Platz, das Elterngeld und betriebliche Angebote zur besseren Vereinbarkeit. 

Steuerliche Anreize wie das Ehegattensplitting führen dazu, dass verheiratete Frauen mit Kindern beruflich kürzer treten als ihre Ehemänner. Insbesondere Frauen müssen familiäre Betreuungsverpflichtungen, Erwerbsarbeit und Haushaltsaufgaben vereinbaren. Bei Männern wirkt sich die Elternschaft in deutlich geringerem Umfang auf die Arbeitszeiten aus. Bis zu 35% der Väter nehmen zwei Monate Elternzeit in Anspruch. Danach arbeiten Männer zumeist wieder in Vollzeit, nur jeder 10. Mann arbeitet Teilzeit. 

Studien zur Arbeitszeitpräferenz von Frauen und Männern (IAQ) zeigen, dass Vollzeitbeschäftigte im Job gerne deutlich kürzer treten, Teilzeitbeschäftigte dagegen gerne Stunden aufstocken würden. Arbeitgeber/-innen können ihren Beschäftigten bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf entgegen kommen, indem sie mehr Selbstbestimmung und Mitsprache bei den Arbeitszeiten einräumen, Flexibilität und Karrierechancen trotz Teilzeittätigkeit fördern. 

 

Entgeltgleichheit

Überall in Europa verdient der Großteil der Frauen weniger als Männer. Bei vergleichbarer Tätigkeit und Qualifikation verdienen Frauen in Deutschland im Durchschnitt acht Prozent weniger als ihre Kollegen (bereinigte Lohnlücke). Das statistische Bundesamt beziffert die unbereinigte Lohnlücke auf 22 Prozent. Gründe: 

  • Viele Frauen arbeiten in Berufen, die schlechter entlohnt sind als Männerberufe, dazu gehören die Gesundheits-, Pflege- und Betreuungsberufe. In diesen typische „Frauenberufen“ liegt der Frauenanteil teilweise bei 80 Prozent.
  • Die Arbeitsleistung in diesen Berufen wird geringer bewertet und entlohnt als die Arbeitsleistung zum Beispiel in technischen oder handwerklichen Berufen. In diesen Berufsbereichen und Branchen fehlen Frauen (sogenannte MINT Berufe).
  • In den Verhandlungsrunden (Tarifkommissionen) von Gewerkschaft und Arbeitgeberverbänden sitzen mehrheitlich Männer, aber auch in den Führungspositionen wie beispielsweise den Aufsichtsräten. Die Belange von Frauen werden hier oft nicht berücksichtigt.
  • Frauen haben häufigere und längere familienbedingte Erwerbsunterbrechungen und -reduzierungen als Männer. 

Alleinerziehende Mütter und Väter

Die Einelternfamilie ist eine beständig wachsende Familienform. Gemäß Statistischem Bundesamt waren 2013 rund 20% der Eltern mit Kindern unter 18 Jahren im Haushalt alleinerziehend. Knapp 90% der Alleinerziehenden sind Frauen. 

Ihnen wird ein sehr hohes Maß an Einsatz und Organisationstalent abgefordert, um Familie und Beruf zu vereinbaren. Eine regional wenig ausgebaute Kinderbetreuung und weite Wege erschweren die Berufstätigkeit zusätzlich. 

Daher bleibt den Alleinerziehenden oft nur die Aufnahme einer geringfügigen Beschäftigungen (Minijob) oder einer Teilzeitstelle. Häufig sind sie zusätzlich auf staatliche Grundsicherung angewiesen. Das Armutsrisiko insbesondere für diese Familien ist stark erhöht. Daraus ergeben sich für den weiteren Lebensverlauf zwei Risiken: erstens läuft das alleinerziehende Elternteil Gefahr, nicht genug in die eigene Rentenvorsorge einzuzahlen und somit später mit einer kleinen Rente auskommen zu müssen. Da Bildung in Deutschland teuer ist, besteht des Weiteren die Gefahr für die Kinder, dass sie nicht umfassend an Bildungsangeboten teilnehmen können. 

Unterstützung und fachliche Beratung können notwendig und hilfreich sein. 

 

Verband alleinerziehender Mütter und Väter 

Landesverband Schleswig-Holstein e.V. 

Kiellinie 275 

24106 Kiel 

Tel. 0431-5579150 

Diakonie Rendsburg-Eckernförde 

Geschäftsführung 

Prinzenstr. 13 

24768 Rendsburg 

Telefon: (0 43 31) 69 63 50 

Beratungsstelle Frau&Beruf 

Kaiserstraße 26 

24768 Rendsburg 

Tel.: 04331 – 943 9105