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Wichtiges kurz gesagt

Was diese Klimaanpassungsstrategie für den Kreis Rendsburg-Eckernförde erreicht

Was diese Klimaanpassungsstrategie für den Kreis Rendsburg-Eckernförde erreicht Der Umgang mit dem Klimawandel ist kein Thema für die ferne Zukunft. Im April 2020 zeichnet sich bereits ein deutlich zu trockener Frühling ab, der bei Pflanzen und ganzen Ökosystemen zu Trockenstress führt, insbesondere weil er auf zwei vorangegangene Dürrejahre folgt. Und auch die Hitzerekorde des vergangenen Jahres und frühere Hochwasserstände an der Ostseeküste sind noch in Erinnerung. Dies zeigt, dass der globale Klimawandel auch im Kreis Rendsburg‐Eckernförde bereits heute Folgen nach sich zieht und Maßnahmen zum Umgang mit diesen bereits jetzt notwendig sind. Die Anpassung an den Klimawandel ist eine neue Herausforderung für den Kreis Rendsburg‐Eckernförde und ein neues Handlungsfeld für die Kreisverwaltung. Die vorliegende Strategie fasst zusammen, welche Veränderungen infolge des Klimawandels im Kreis Rendsburg‐Eckernförde zu er‐warten sind. Die Analyse der Klimawandelszenarien für das Kreisgebiet zeigt steigende Jahresmitteltemperaturen, häufigere „Heiße Tage“ und „Tropennächte“, aber auch häufigere und intensivere Starkregen sowie einen zukünftig weiter steigenden Ostseemeeresspiegel. Welche Auswirkungen diese klimatischen Veränderungen etwa für den Tourismusstandort, die Landwirtschaft, den Küstenschutz, aber auch die Gesundheit von Bürgerinnen und Bürger sowie Besucherinnen und Besuchern des Kreises Rendsburg‐Eckernförde hat, zeigt die Betroffenheitsanalyse. Hier wird für insgesamt 13 Sektoren dargestellt, welche Folgen und Wirkungen durch den Klimawandel im Kreis Rendsburg‐Eckernförde zu erwarten sind. Auch die Bedeutung dieser Veränderungen für die Kreisverwaltung wird aufgezeigt. So werden etwa invasiven Arten identifiziert, die sich zukünftig im Kreis Rendsburg‐Eckernförde einfacher ausbreiten können, Waldstandorte, die besonders trockenheitsgefährdet sind oder Gemeinden, deren Bürgerinnen und Bürger besonders von Hitze betroffen sein werden. Um mit diesen Veränderungen umzugehen und sich vorzubereiten, ist die Umsetzung von Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel notwendig. Der erste Teil der Strategie zeigt auf, wie zukünftig konkret gehandelt und eine aktive Anpassung an den Klimawandel im Kreis Rendsburg‐Eckernförde gestaltet werden kann. Den Kern bildet der Maßnahmenkatalog mit 20 Anpassungsmaßnahmen. Diese zielen darauf ab, dass der Kreis Rendsburg‐Eckernförde zukünftig: 

  • Ämter, Städte und Gemeinden, aber auch Unternehmen und private Haushalte in der Klimafolgenanpassung aktiv unterstützt, 
  • Pilotprojekte der Klimafolgenanpassung mit Vorbildcharakter umsetzt, 
  • Gebäude, Siedlungs‐ und Infrastrukturen an den Klimawandel anpasst, 
  • für die Gesundheit von Bürgerinnen und Bürger vorsorgt und 
  • die natürlichen Ressourcen im Kreis Rendsburg‐Eckernförde schützt und bewahrt. 

Durch die Umsetzung der vorliegenden Strategie werden negative Beeinträchtigungen infolge des Klimawandels im Kreis Rendsburg‐Eckernförde abgemildert oder, wenn möglich, ganz verhindert. Gleichzeitig birgt die Klimafolgenanpassung Chancen für die positive Gestaltung eines attraktiven und zukunftsfähigen Lebens‐ und Wirtschaftsraumes. 

 

Wie diese Klimaanpassungsstrategie im Kreis Rendsburg-Eckernförde umgesetzt werden kann

Mit der Klimafolgenanpassung kommen neue und zusätzliche Aufgaben auf die Kreisverwaltung zu. Diese erfordern ein hohes Maß an Austausch, Zusammenarbeit und gegenseitiger Unterstützung ‐ innerhalb der Kreisverwaltung und auch darüber hinaus (etwa mit Ämtern, Städten und Gemeinden, Immobilieneigentümer*innen, AktivRegionen, Landesministerien und ‐ämtern). Hier geht es zum einen darum, das neue Thema der Klimafolgenanpassung in die Arbeits‐ und Entscheidungsprozesse der Kreisverwaltung zu integrieren und die Ergebnisse der Analyse auf Kreisebene anzuwenden. Dies bedarf aktiver Unterstützung, um die jeweils relevanten Informationen zu identifizieren, zu interpretieren und dann für sich zu nutzen. Zum anderen müssen Gespräche geführt, Menschen miteinander in Kontakt gebracht werden und verschiedene Formen der Zusammenarbeit angestoßen und gepflegt werden. Auch die Ämter, Städte und Gemeinden müssen aktiv darin unterstützt werden, 

Strategie zur Anpassung an den Klimawandel im Kreis Rendsburg‐Eckernförde 2 ihre lokalen Herausforderungen infolge des Klimawandels zu bearbeiten. So wird das komplexe, große Thema der Anpassung an den Klimawandel für den Kreis Rendsburg‐Eckernförde bearbeitbar. Diese Art der Arbeit an der praktischen Klimafolgenanpassung im Kreis Rendsburg‐Eckernförde erfordert Aufwand, Kontinuität und Erfahrung, die im Prozess der Maßnahmenumsetzung fortlaufend gesammelt wird. Daher sieht diese Strategie die Einrichtung eines Klimaanpassungsmanagements auf der Ebene des Kreises Rendsburg‐Eckernförde vor. Diese Person übernimmt aktiv die beschriebenen Aufgaben und treibt die Umsetzung aller Maßnahmen des Maßnahmenkatalogs voran. Mit dem Klimaanpassungsmanagement wird die Voraussetzung für die Umsetzung dieser Strategie im Kreis Rendsburg‐Eckernförde geschaffen. Welche Maßnahmen im Kreis Rendsburg-Eckernförde eine Anpassung an den Klimawandel erreichen Es wird zukünftig mehr heiße Tage geben – auch im Kreis Rendsburg‐Eckernförde. Um Bürger*innen vor Hitze zu schützen, können Trinkwasserspender aufgestellt und öffentliche Gebäude als Orte der Abkühlung eingerichtet werden. Hier sorgen Grünflächen und Bepflanzung, Sonnensegel und Sitzgelegenheiten für Kühlung und Erholung und schaffen gleichzeitig attraktive Aufenthaltsorte. Steigende Temperaturen und längere Trockenperioden können auch Ökosysteme gefährden. Häufig sind es die Arten und Lebensräume, die ohnehin schon in ihrer Existenz bedroht sind, die durch den Klimawandel weiter unter Druck geraten. Dies gilt im Kreis Rendsburg‐Eckernförde beispielsweise für die Hoch‐ und Niedermoore. Der Schutz von Natur und Landschaft ist daher auch vor dem Hintergrund des Klimawandels sinnvoll. So kann durch die Wiedervernässung und Renaturierung von Mooren sowie ihre Einbindung in regionale Biotopverbundsysteme auch ein Beitrag zur Anpassung an den Klimawandel erreicht werden. Infolge des Klimawandels wird Trockenheit und der temporäre Mangel von Wasser wahrscheinlicher. Dies stellt eine neue Herausforderung im regenreichen Norden dar. Wasser ist ein wertvolles Gut, welches auch in Perioden der Knappheit gerecht verteilt werden muss. Hier wird es zukünftig darum gehen, berechtigte Interessen abzuwägen und die Wassernutzung ggf. temporär zu begrenzen, damit für alle genug da ist. In der Tourismusbranche ist der Campingtourismus besonders von den Folgen des Klimawandels betroffen. Zum einen profitieren Campingplatzbetreiberinnen und –betreiber von wärmeren Temperaturen in der Nebensaison und möglicherweise trockeneren Sommern. Der Campingurlaub an der Ostsee wird somit zukünftig zunehmend attraktiver. Auf der anderen Seite sind Campingplätze und Camper*innen den Umwelteinflüssen besonders ausgesetzt. Hitze, Starkregen und Stürme können für Tourist*innen und Infrastrukturen gefährlich werden. Der Kreis kann hier informieren, aktivieren und Campingplatzbetreiberinnen und –betreiber aktiv unterstützen, beispielsweise Verschattungs‐ und Schutzmöglichkeiten auf ihren Plätzen zu schaffen. Für die Ämter, Städte und Gemeinden entlang der Ostseeküste ist insbesondere der Meeresspiegel‐anstieg eine Herausforderung, mit der es umzugehen gilt. Im Bereich der Küstensicherung wird es zukünftig zunehmend um den Schutz und Erhalt von attraktiven Ausflugszielen und Erholungsorten entlang der Küste gehen. Und auch der Umgang mit häufigeren und intensiveren Starkregen ist für alle Städte und Gemeinden des Kreises Rendsburg‐Eckernförde eine Herausforderung. Hier können große Schäden durch vorsorgende Maßnahmen des Regenwasserrückhalts und der ‐versickerung, multifunktonale Flächen sowie gebäudetechnische Maßnahmen verhindert werden. Insgesamt ist die Anpassung an einen fortschreitenden Klimawandel mehr Weg als Ziel, der gemeinsam im Kreis Rendsburg‐Eckernförde gestaltet und weiterentwickelt werden kann. Mit der Umsetzung dieser Strategie geht der Kreis Rendsburg‐Eckernförde als Vorbild voran und zeigt, wie die Anpassung an den Klimawandel für die Entwicklung eines zukunftsfähigen, attraktiven Lebens‐ und Wirtschaftsraum genutzt werden kann.