Suchthilfeplan
Suchthilfeplan des Kreises Rendsburg-Eckernförde
Vorwort
Von den politischen Gremien des Kreises Rendsburg-Eckernförde wurde der Arbeitskreis „Sucht“ gebeten, für den Kreis Rendsburg-Eckernförde einen Suchthilfeplan zu entwerfen.
Ein Suchthilfeplan soll den Zweck verfolgen, die in einer Region vorgehaltenen Angebote im Suchthilfebereich darzustellen, sie zu verknüpfen und weiter auszubauen sowie innovative Modelle zur Verbesserung der Versorgung zu entwickeln. Bei weiterhin deutlicher Zunahme der Suchtprobleme müssen Trägervielfalt, innovative Modelle und Kundenorientiertheit vorrangig sein. Den verantwortlichen Gremien einschließlich Kostenträgern muss bewusst sein, dass Qualitätsschaffung und Qualitätssicherung nicht „kostenneutral“ durch Kooperationen der Anbieter möglich sein wird. Die Gesellschaft wird sich in den nächsten Jahren zunehmend die Frage stellen müssen, wie sie den Herausforderungen der Suchtprobleme gegenübertreten wird und welchen Preis sie bereit ist, dafür zu zahlen.
Ich hoffe, dass dieser Plan sich für die verantwortlichen Gremien als ein geeignetes Hilfsinstrument darstellen wird.
Rendsburg, im Mai 2001
v. Ancken
Landrat
Einleitung
Suchterregende Mittel hat es seit Anbeginn der Geschichte gegeben. Die Götter der altindischen Schriften tranken Soma, die griechischen Götter aßen Ambrosia. Die Azteken nahmen Peyotl zu sich und die Inkas Kola. Die berauschende Wirkung von Opium und den Abkömmlingen des Hanfes war in der Antike wohlbekannt.
Sigmund Freud bezeichnete den Rausch neben Ekstase, Neurose, Psychose und Humor als Hauptmechanismus zur Bewältigung innerer und äußerer Gefahren und Belastungen und verwies auf die Ähnlichkeit zwischen Neurose und Sucht. Die Lösung von Spannungen, die Umgehung der Realität und die durch Medikamente hervorgerufene Regression sowie als entscheidendes Merkmal die Versuchung (oder der Zwang), diese Erfahrungen in Konfliktlagen zu wiederholen und zur Droge zu greifen, anstatt zu handeln, all dies gleicht im Wesentlichen sehr dem, was durch ein neurotisches Symptom erreicht wird.
Gesellschaftliches Ziel kann nicht das Verbot von Rausch- und Suchtmitteln sein, sondern nur der verantwortungsbewusste Umgang mit ihnen. Durch Produktion und Verkauf von alkoholischen Getränken und Zigaretten entstehen auf der einen Seite hohe Steuereinnahmen, zusätzlich werden hunderttausende Arbeitsplätze vorgehalten. Auf der anderen Seite entsteht auch ein hoher volkswirtschaftlicher Schaden, speziell durch nicht sachgerechten Konsum, aufgrund von Arbeitsausfall sowie der Notwendigkeit medizinischer und rehabilitativer Maßnahmen.
Der Kreis Rendsburg-Eckernförde hat sich bemüht, mit dem „Wegweiser der Suchthilfe“, der 1999 an alle Beratungsstellen und niedergelassenen Ärztinnen/Ärzte versandt wurde, zur Transparenz von Informationen beizutragen. Über das Internet sind die Seiten zusätzlich abzurufen. Das Interesse ist offensichtlich groß, da bisher monatlich ca. 170-mal diese Informationen abgerufen werden.
Die Arbeitsgruppe bestehend aus:
Joachim Teipel (Droge 70)
Rudolf Geisler (Brücke Rendsburg-Eckernförde)
Ulrich Kaminski (Diak. Werk des Ev.-Luth. Kirchenkreises Rendsburg)
Dr. Dieter Prüsch (Gesundheitsamt des Kreises Rendsburg-Eckernförde) hofft, mit diesem Suchthilfeplan dazu beizutragen, Anstöße zur Weiterentwicklung der Suchtkrankenhilfe zu geben.




