Epidemiologie
Die Deutsche Hauptstelle gegen Suchtgefahren (DHS) schätzt, dass jeden Tag in der Bundesrepublik Deutschland ca. 400 Menschen an den Folgen der Nikotinsucht, ca. 100 Menschen an den Folgen der Trunksucht und ca. 4 Menschen an den Folgen des Konsums illegaler Drogen sterben. Sie sagt weiter aus, dass man in der Bundesrepublik mit ca. 18 Millionen RaucherInnen, ca. 2,5 Millionen Alkoholabhängigen, ca. 1,4 Millionen Medikamentenabhängigen, ca. 100 bis 120 Tausend illegal Drogenabhängigen rechnen muss.
Für die Bevölkerungsgruppe der 18- bis 59-Jährigen ergeben Berechnungen auf Grundlage der Bundesstudie des Bundesministeriums für Gesundheit von 1997, dass 16 % der Befragten im Umgang mit Drogen ein riskantes Konsumverhalten praktizieren.
Weiter wurde festgestellt:
5 % (2,4 Mio.) dieser Altersklasse betreiben missbräuchlichen Konsum,
bei 3 % (1,5 Mio.) weist das Konsumverhalten eindeutig auf Abhängigkeit hin.
Die Art der Erhebung (Befragung) impliziert eine hohe Dunkelziffer. Es ist davon auszugehen, dass für die Bereiche Missbrauch und Abhängigkeit noch höhere Werte anzusetzen sind. Bewertet man die Altersstruktur der Drogenkonsumenten nach Daten der beiden Dokumentationssysteme EBIS und SEDOS, liegt der Altersschwerpunkt bei Abhängigkeit von illegalen Drogen zwischen 20 und 29 Jahren, bei Alkoholabhängigkeit zwischen 30 und 39 Jahren.
Für das Land Schleswig–Holstein können keine nennenswerten Abweichungen vom Bundesdurchschnitt in Bezug auf die Epidemiologie des Suchtverhaltens beobachtet werden. Der Suchthilfeplan des Landes Schleswig–Holstein geht ebenfalls von diesen Zahlen aus.
Untersuchungen der Landesregierung (Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales 1992) zum Suchtverhalten von 12- bis 14-Jährigen haben ergeben:
94.200 (19,5 %) Pers. trinken regelmäßig Alkohol (täglich oder mehrmals die Woche)
50.000 (10,5 %) Pers. sind Raucher mit Suchtproblemen (mehr als 20 Zigaretten pro Tag)
19.200 ( 4,0 %) Pers. sind akut alkoholgefährdet
14.900 ( 3,0 %) Pers. nehmen regelmäßig Medikamente mit Suchtpotenzial
5.300 ( 1,0 %) Pers. sind starke Haschisch-Konsumenten (mehr als 20 mal innerhalb des letzten Jahres
4.320 ( 0,9 %) Pers. spielen häufig an Geldspielautomaten (täglich oder mehrmals in der Woche)
3.300 ( 0,7 %) Pers. haben harte illegale Drogen (Opiate, Heroin, Kokain) konsumiert.
Neuere Untersuchungen anderer Institutionen mit ähnlicher Aufgabenstellung lassen erkennen, dass die aktuellen Konsumentenzahlen noch um 2 bis 4 Prozent höher anzusetzen sind. Der aktuelle Wissensstand bestätigt diese Entwicklung. Die Anzahl der Missbrauchenden und Abhängigen steigt demnach stetig (siehe: „Epidemiologie des Drogenkonsums schleswig–holsteinischer Jugendlicher“, Hrsg. Ministerium für Arbeit, Gesundheit und Soziales des Landes Schleswig– Holstein, Kiel 1999).
Für den Kreis Rendsburg-Eckernförde müssen wir auf der Grundlage der geschätzten Zahlen (s.o.) auf einer Basis von 250.000 Einwohnern von
- ca. 7.500 bis 8.000 behandlungsbedürftigen AlkoholikerInnen
- ca. 4.500 Medikamentenabhängigen
- ca. 45.000 abhängigen RaucherInnen
- ca. 750 bis 800 Abhängigen illegaler Drogen
- ca. 750 bis 800 pathologischen GlücksspielerInnen
ausgehen. Hinzu kommt eine große Anzahl essgestörter Menschen (meist Frauen), deren Krankheitsbild in weiten Teilen dem der Suchterkrankungen zuzuordnen ist.




