Betreuungsangebote im Bereich Wohnen

Im Kreis Rendsburg-Eckernförde bestehen mit dem Betreuten Wohnen und den teilstationären und stationären Wohn- und Betreuungsangeboten verschiedene differenzierte Angebote.

In unserem Kreisgebiet bietet die „Brücke“ für Suchtkranke Einzelwohnbetreuungen an. So können die Menschen in ihrem vertrauen Wohnumfeld bleiben. Die ambulante Betreuung mit geregelten Betreuungskontakten sichert die Lebensführung. Es ist ein Angebot, welches sich zum einen an den Personenkreis wendet, für den eine weiterführende Betreuung im Sinne einer schrittweisen Verselbstständigung nach Abschluss einer teil- oder vollstationären Unterbringung notwendig erscheint. Zum anderen ist eine ambulante Betreuung ausreichend, wenn aus-reichend stabilisierende Elemente, wie z. B. familiäre und berufliche Einbindung, parallele tagesstrukturierende Maßnahmen im Lebensumfeld der suchtkranken Menschen vorhanden sind.

Die „Tide“ bietet auch ambulante Betreuung für Menschen mit Suchtproblemen an, allerdings sollten die Suchterkrankungen nicht im Vordergrund stehen.

Für einen Teil der alkoholkranken Menschen reichen ambulante Hilfen nicht aus.

In unserem Kreisgebiet gibt es im Bereich der teilstationären Betreuung die Einrichtung „Die Weiche“ von der Brücke. Insgesamt werden 14 teilstationäre Plätze sowie 6 Plätze im Rahmen der Adaption vorgehalten. Hier findet in der Regel eine Wohngruppenbetreuung statt. Die Betreuten sind Mieter und haben einen Vertrag über die Betreuungsleistungen. Die Einrichtung ist eng verknüpft mit ambulanten, adaptiven und vollstationären Angeboten. In der „Weiche“ werden integrativ auch komorbide suchtkranke Menschen betreut. Die Brücke ist auch eine anerkannte Adaptionseinrichtung, die vorrangig Personen aufnimmt, die eine stationäre Entwöhnungsbehandlung abgeschlossen haben und neben dem sozialen Umfeld und dem Wohnbereich ebenso der Unterstützung in der beruflichen Wiedereingliederung bedürfen.

Im teilstationären Bereich bietet auch die „Tide“ ein Wohnangebot für Menschen mit einer Doppelproblematik in der „Neuen Dorfstraße“ in Büdelsdorf.

In den Bereich der vollstationären Betreuungsangebote gehören die Wohnhäuser der Brücke Rendsburg-Eckernförde in Büdelsdorf und in Eckernförde. Diese Wohnheime dienen vorrangig der Versorgung von suchtmittelabhängigen Bewohnern, die durch längeren intensiven Missbrauch von Alkohol und Medikamenten und illegalen Drogen physisch und psychisch so schwer beeinträchtigt sind, dass sich erhebliche Krankheitsfolgen und Persönlichkeitsveränderungen eingestellt haben. Häufig bestehen auch keine sozialen Bindungen mehr. Dieser Personenkreis benötigt entsprechend der fortgeschrittenen Schädigung ein angemessenes Hilfsangebot. (Leider ist ein Teil des betroffenen Personenkreises zurzeit noch in Alten- und Pflegeheimen beziehungsweise gemeindefern außerhalb des Kreises, z. B. Schäferhaus im Kreis Schleswig-Flensburg, untergebracht).

Im Wohnhaus Hollingstraße der „Brücke“ in Büdelsdorf werden - bedarfsorientiert und in einem eigenen Wohnumfeld - ebenfalls frauenspezifische Angebote vor-gehalten. Insgesamt bestehen in diesem Wohnhaus 40 Plätze. Im Wohnhaus Eckernförde wird mit insgesamt 30 Plätzen - Träger ist ebenfalls die Brücke - ein ähnliches Angebot vorgehalten.

In den vollstationären Wohngruppen „Steck“ in Eckernförde und der Wohngruppe „Baustraße“ in Rendsburg der „Tide“, die vorrangig auf junge Menschen mit ent-wicklungsbedingten und sozialen Schwierigkeiten ausgerichtet sind, finden auch Menschen mit Suchterkrankungen Aufnahme, wenn sie nicht zu dominierend sind.

Ferner muss davon ausgegangen werden, dass es in unserem Kreisgebiet einen Bedarf für eine dauerhafte Unterbringung für chronisch mehrfach geschädigte Suchtkranke gibt (die Psychiatrie - Enquete beschreibt den Anteil mit 0,035 %). Hier handelt es sich um den Personenkreis mit jahre- teils jahrzehntelangem Sucht-
verlauf, der sowohl in gesundheitlicher (diverse Schädigungen, auch hirnorganische) als auch in sozialer Hinsicht (Isolation, Randgruppen) Unterstützung bedarf. Dieser Personenkreis wird im Kreisgebiet grundsätzlich integrativ in den Einrichtungen betreut. Die „Villa Toni“ in Eckernförde und die Wohngruppe „Fockbeker Chaussee“ in Rendsburg, beide von der „Tide“ getragen, bieten ein spezielles vollstationäres Angebot für Menschen, die eine Psychose mit einer einhergehenden Suchterkrankung haben.

Es stellt sich allerdings heraus, dass der größere Teil dieses Betroffenenkreises, für den längerfristig angelegte Hilfen notwendig sind, sich noch eigentlich nicht fachlich optimal versorgt, in Alten- und Pflegeheimen zu finden ist.

Frauenspezifische Angebote bestehen beispielsweise bei der Brücke in allen voll- und teilstationären Suchthilfeeinrichtungen entsprechend dem Bedarf. Frauen arbeiten mit Frauen - ein frauenspezifisches Angebot der DASI mit 5 Plätzen auch für Frauen, die eine Suchterkrankung haben.