Zeckenbiss

Wo begegnen uns Zecken?

Zecken, oft auch "Holzböcke" genannt, leben vorwiegend in Wäldern, Parks oder entsprechend bewachsenen Gärten. Sie bevorzugen lichten Baumbestand mit üppigem Unterholzbewuchs. Dort sitzen sie in höchstens 1,50 m Höhe an Gräsern, Farnen oder Zweigen. Kommt ein Mensch oder Tier vorbei, werden sie abgestreift. Sie klammern sich fest und suchen einen für sie geeigneten Platz am Körper des Befallenen auf. Aktiv sind Zecken bei Temperaturen über 7° C. Folglich häufen sich Zeckenstiche in den warmen Monaten (März - September). Heiße und trockene Standorte werden jedoch vermieden.

Wie leben Zecken?

Zecken sind blutsaugende Spinnentiere, die aus Eiern schlüpfen und mehrere Entwicklungsstadien durchlaufen:
 

  • Die sind hellbraun und etwa einen halben Millimeter groß.
  • Zu etwa 1 mm Größe wachsen als Jugendform die heran. Sie erreichen, vollgesogen mit Blut, die Ausmaße eines Sesamkornes und erscheinen dann fast schwarz. Weil sie so klein sind, werden Larven und Nymphen leicht übersehen.
  • Die wird 2-3 mm groß. Die Weibchen können sich so vollsaugen, dass sie bohnengroß werden. Ihre braune Farbe wechselt dann zu hellgrau.

Sind Zeckenstiche gefährlich?

Gemeiner Holzbock oder Zecke (2-3 mm)
Vollgesogenes Zeckenweibchen (bis 14 mm lang)

Ja! Zecken können mit Krankheitserregern infiziert sein. Wenn diese Zecken beim Stich Speichel und Verdauungssekrete in die Hautwunde abgeben, werden für den Menschen gefährliche Krankheiten übertragen!
Oft wird die Zecke allerdings nicht bemerkt - Zeckenstiche schmerzen nicht!

 

Die "Lyme-Borreliose"

(sprich: Leim-Borreliose) 

ist eine Krankheit, deren Erreger (Bakterien) durch Zeckenstiche übertragen werden.
 

Unbehandelt kann sie gefährlich werden, durch eine rechtzeitige Behandlung mit Antibiotika sind Spätschäden vermeidbar. Besonders wichtig ist es deshalb, eine Infektion möglichst früh zu erkennen und zu behandeln.

Wie verläuft eine Lyme-Borreliose?

Der Krankheitsverlauf ist nicht immer gleich. Meist kommt es zu drei Stadien:
 

    Im ersten Stadium der Erkrankung (bis 3 Wochen nach dem Stich) stellt sich neben Grippegefühl eine Hautrötung um die Stichstelle ein. Die Rötung kann bis handgroß werden und in der Mitte aufgehellt sein. Diese Krankheitszeichen können jedoch nur schwach oder gar nicht auftreten.

    Das zweite Stadium (Wochen bis Monate nach dem Stich) macht sich meist durch Kopf- und Nervenschmerzen, allgemeines Unwohlsein, Taubheitsgefühle und Lähmungen, oft im Gesichtsbereich, bemerkbar.

    Im dritten Stadium der Lyme-Borreliose (nach 6 Monaten und später) kommt es schließlich zu schmerzhaften Entzündungen meist der großen Gelenke (z.B. Knie- und Sprunggelenke). Auch können noch nach Jahren chronische Entzündungen an Haut, Nerven und Hirn in Erscheinung treten.
     

Schutz vor Spätschäden durch Früherkennung und Behandlung
Da die ersten beiden Stadien der Lyme-Borreliose auch unbehandelt wieder verschwinden, die Erreger jedoch noch nach Jahren Spätschäden hervorrufen können, sollten Sie bei den oben beschriebenen Krankheitszeichen sofort ärztlichen Rat suchen!Dort kann auch durch eine Blutuntersuchung festgestellt werden, ob eine Borrelien-Infektion vorliegt.

Die Frühsommer-Hirnhautentzündung

oder: FSME = Frühsommermeningoenzephalitis 

wird von Viren ausgelöst, die ebenfalls bei Zeckenstichen übertragen werden.
 

Diese Infektionskrankheit kann durch Impfungen vermieden werden. Sie tritt außerdem nur in bestimmten, oft eng begrenzten, Gebieten auf. In Schleswig-Holstein gibt es hierzu bislang keine Hinweise auf Gefahren.

Wo kann man mit FSME infiziert werden?Infektionsgebiete in Deutschland sind: Teile des Schwarzwaldes, Bodenseeraum, Neckartal, Bayrischer Wald, entlang der Donau und einiger Donaunebenflüsse. In den neuen Bundesländern wurden nur noch vereinzelt Erkrankungen beobachtet.Im Ausland sind infizierte Zecken vor allem in den Alpenländern (Österreich!), Südost- und Osteuropa, Schweden (Mälarsee) und seltener in Finnland und Italien anzutreffen.

Sicher mit Impfschutz
Personen, die sich in Infektionsgebieten häufig im Wald aufhalten (z.B. Forstarbeiter, Jäger, Wanderer, Camper) sollten sich rechtzeitig impfen lassen. Informationen hierzu erhalten Sie bei Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin und in Ihrem Gesundheitsamt.

Nicht geimpft - Was tun bei Zeckenstich im Infektionsgebeit?
Auch Ungeimpfte sind dann ausreichend geschützt, wenn sie sich frühzeitig ein Immunglobulin. verabreichen lassen. Dies muß innerhalb von 4 Tagen nach dem Stich geschehen!

Wie kann man sich vor Zeckenstichen schützen?

...wenn Sie sich im Wald aufhalten:

  • auf den Wegen bleiben
  • nicht am Randbewuchs entlangstreifen
  • geschlossene Kleidung tragen
    lange Ärmel, Hose, festes Schuhwerk, Kopfbedeckung
    Hosenbeine in die Stiefel oder Socken stecken
  • helle Kleidung bevorzugen, Zecken werden darauf leichter entdeckt

...nach dem Waldspaziergang
Zecken stechen nicht sofort, sondern oft erst nach Stunden, deshalb

  • Körper und Kleidung nach Zecken absuchen
  • duschen, Kleidung ausschütteln

...wenn Sie eine anhaftende Zecke entdecken:Zecke so schnell wie möglich entfernen!  Vielleicht ist noch kein Sekret abgegeben worden.

Wichtig: nicht auf den Hinterleib drücken!
  • Zecke vorsichtig mit einer spitzen Pinzette nahe der Haut fassen und - ohne sie zu zerquetschen - nach oben abziehen. Läßt die Zecke nicht los, durch leichtes Hin- und Herdrehen den Stechapparat lockern und erneut ziehen.
  • Nach Entfernung Stichstelle und Hände desinfizieren.
  • Auf keinen Fall sollte das früher empfohlene Ersticken der Zecke mit Öl, Klebstoff o.ä. erfolgen! Die Zecke sondert dabei besonders viel Sekrete ab.
  • Zerquetschte Zecken erhöhen das Infektionsrisiko, deshalb bitte besondere Vorsicht walten lassen
  • In der Haut verbliebene Teile des Stechapparates lösen sich nach einigen Tagen von selbst ab