EHEC

Was sind EHEC?

EHEC = enterohämorrhagische Escherichia coli

Kolibakterien kommen natürlicherweise im Darm von Menschen und warmblütigen Tieren in großer Zahl vor. Im Stuhl finden sich pro Gramm stets mehrere Millionen dieser Keime. Sie gelten daher als Indikatoren für eine fäkale Verunreinigung von Lebensmitteln.

Eine besondere Gruppe der Kolibakerien stellen die sogenannten EHEC dar, die in der Regel im menschlichen Darm nicht zu finden sind. Das natürliche Reservoir für diese Keime sind Rinder und andere Widerkäuer, bei denen die EHEC im Darm und Kot vorkommen können. Über diesen Weg können vom Tier stammende Lebensmittel verunreinigt werden.

Infektionswege

Als Hauptquellen für EHEC-Infektionen des Menschen sind anzusehen:

  • Verzehr von rohem oder unzureichend gegartem Rindfleisch,
  • Genuß von roher oder unzureichend erhitzter Milch bzw. Milchprodukten in Form von Vorzugsmilch, "Milch ab Hof" bzw. Frischkäse oder Sauermilch-quark aus nicht erhitzter Milch,
  • direkte Übertragung von Mensch zu Mensch, also von Infizierten auf Gesunde durch Schmierinfektionen. Dieser Übertragungsweg durch kleinste unsichtbare Kotspuren auf Händen oder Gegenständen (z.B. Spielzeug, Handtücher) spielt innerhalb von Toilettengemeinschaften (.z.B. in Familien oder Kindergärten) eine große Rolle, da für eine Infektion des Menschen winzige Keimmengen (weniger als 100 Bakterien) ausreichen. Untersuchungen in den USA haben gezeigt, dass in Kindertagesstätten nach Auftreten des ersten Falles bei durchschnittlich 22% der Kinder Kontaktinfektionen auftraten.

Welche Erkrankungen können durch EHEC ausgelöst werden?

Die durch EHEC-Infektionen hervorgerufenen Erkrankungen verlaufen sehr unterschiedlich. Die Infektionen können symptomlos und unbemerkt bleiben. Erkrankungen äußern sich anfänglich praktisch immer als Durchfälle, die bei schwereren Verläufen mit blutigen Stühlen und schmerzhaften Unterleibskrämpfen einhergehen. Bedingt durch starke Bakteriengifte ("Verotoxine") kann es nach dem Abklingen der Durchfälle insbesondere bei Kindern und Menschen mit geschwächtem Abwehrsystem zu schweren Schädigungen von Blutzellen und Nieren kommen. Bei 6-8% der erkrankten Kinder, bevorzugt im Vorschulalter, entwickelt sich dabei das sogenannte hämolytisch-urämische Syndrom (HUS), das in etwa 10% der Fälle mit dem Tode endet.

Wie lassen sich EHEC-Infektionen in Kindertagesstätten verhindern?

Für diese Einrichtungen gelten folgende Bestimmungen:

Durchfallerkrankungen bei Personal oder Kindern legen den Verdacht auf eine übertragbare Darmentzündung (Enteritits infectiosa) nahe. Unter diesen Ober-begriff fallen auch Salmonellen und EHEC-Infektionen. Üblicherweise schließt die Satzung des Kindergartens die Betroffenen vom Besuch der Einrichtung aus. Gemeinschaftshandtücher dürfen nicht verwendet werden.

Bei Gemeinschaftsverpflegung ist zu beachten:

  • Verwenden Sie nur pasteurisierte Milch aus dem Handel oder abgekochte Rohmilch
  • Vermeiden Sie den Verzehr von rohen oder unzureichend gegarten Fleischprodukten, insbesondere vom Rind
  • Achten Sie auf Sauberkeit in der Küche, arbeiten Sie nur mit sorgfältig ge-reinigten Händen und Gebrauchsgegenständen; vermeiden Sie lange Standzeiten